Egbert Hayessen: Zur Gedenkfeier kamen auch Verwandte des Widerstandskämpfers

Gedenken für den Widerstandskämpfer Egbert Hayessen: von links Hans-Hayo Hayessen, Herko Hayessen, deren Ehefrauen Karin und Hildegard, Bürgermeister Volker Steinmetz, Stadtverordnetenvorsteher Stefan Umbach und Erster Stadtrat Jürgen Rath. Foto: Schaake

Gensungen. Zur Gedenkfeier für den Widerstandskämpfer Egbert Hayessen fanden sich am Samstag etwa 70 Besucher an der Staatsdomäne Mittelhof ein - darunter auch Hayessens Sohn Hans-Hayo (71) und sein Neffe Herko (65).

„Ich bin ergriffen”, sagte Hans-Hayo Hayessen. „Dass Sie alle gekommen sind, ist wunderbar”, rief er den Besuchern zu. Er sei glücklich darüber, dass man eines Mannes gedenke, „der an Deutschland gedacht hat und nicht an seine Familie”. Seiner auf dem Mittelhof lebenden Familie habe Egbert Hayessen kein Wort von seiner Beteiligung am Widerstand gegen Hitler gesagt.

Am Samstag jährte sich der 100. Geburtstag des Majors im Generalstab, der am Attentat auf Adolf Hitler beteiligt war. Egbert Hayessen wurde am 15. August 1944 in Berlin-Plötzensee von den Nazis hingerichtet.

„Ich bin ergriffen.“

Mit einer Gedenkminute und dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser wurde an Hayessen erinnert. Im Namen der Stadt Felsberg legten Bürgermeister Volker Steinmetz und Stadtverordnetenvorsteher Stefan Umbach ein Blumengebinde nieder. Für die Stadt Felsberg sei es Pflicht und Ehre zugleich, den Geburtstag Hayessens öffentlich zu würdigen, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz.

Nach dem Attentat wurden Hayessens Eltern, seine Schwester Getrud von Saldern und seine Frau Margarete von der Gestapo verhaftet und über Monate in den Konzentrationslagern Buchenwald und Ravensbrück inhaftiert und verhört. Die beiden Kinder Hans-Hayo, zwei Jahre, und Volker, ein Jahr alt, kamen ins KZ-Kinderheim Bad Sachsa.

„Der Gensunger Landjäger-Meister Erich Troch hatte zuvor tagelang versucht, den Haftbefehl hinauszuzögern - leider vergeblich”, sagte Steinmetz.

Stadt will Kämpfer würdigen

Im Sommer 2014, 70 Jahre nach dem misslungenen Attentat auf Hitler, werde die Stadt „in geeigneter Weise alle Widerstandskämpfer aus unserem Stadtgebiet und unserer Region würdigen”, kündigte Steinmetz an.

„Das wäre toll”, sagte Hans-Hayo Hayessen auf HNA-Anfrage zu der Idee, in Gensungen einen Platz oder eine Straße nach dem Widerstandskämpfer zu benennen: „Wir würden uns geehrt fühlen. Wir waren gern hier zu Hause.” Nach Hayessen ist bereits der Weg vom Mittelhof zur Kartause benannt.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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