Eheleute Gisela und Franz Hannig feiern in Ehlen ihre Diamantene Hochzeit

Liebe ein Leben lang: Gisela und Franz Hannig sind seit 60 Jahren glücklich verheiratet, feiern heute das Fest der Diamantenen Hochzeit. Foto: Michl

Habichtswald. Glaube, Hoffnung und Liebe - diese drei Dinge haben dem Leben von Franz und Gisela Hannig Orientierung gegeben. Und dies schon 60 Jahre lang. Am Mittwoch feiern die beiden im Kreis ihrer Lieben - den Familien ihrer drei Kinder mit vier Enkeln und drei Urenkeln - das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit.

„In all dieser Zeit“, so Gisela Hannig, „hat der liebe Gott uns immer auf sicherem Weg geleitet und seine schützende Hand über uns gehalten hat. Dafür danken wir ihm jeden Tag.“

Franz Hannig erblickte am 24. Mai 1930 in Lautsche im Sudetenland das Licht der Welt. Statt nach der Schule einen Beruf zu erlernen, verlor er im September 1945 die Heimat durch die Vertreibung der Sudetendeutschen. Der Jubilar: „Vorher sollten wir aber noch sieben Wochen lang bei der Zuckerrübenernte helfen. Daraus wurden fünf Jahre harte Arbeit auf einem Bauernhof.“ Erst 1950 konnte die Familie gegen Bezahlung an den tschechischen Staat ausreisen. Ziel war die einzige in Westdeutschland lebende Verwandte, eine Tante seines Vaters, die in Weyhers (Rhön) Zuflucht gefunden hatte. Franz Hannig fand auf dem Weyhershof als Schlepperfahrer eine Anstellung.

Ein ähnliches Schicksal erlebte auch die am 20. August 1934 im niederschlesischen Obersteine geborene Gisela Oehl. Sie stand mit ihrer Familie vor der Wahl, die polnische Staatsbürgerschaft anzunehmen oder vertrieben zu werden. Gisela Hannig: „Letzteres kam für uns nur in Frage.“ Zusammen mit ihrer Mutter und drei Geschwistern - der Vater galt im Krieg als vermisst - endete die sechswöchige Eisenbahnfahrt im Viehtransportwagen im Kreis Lemgo. Inzwischen, „was wir nicht wussten, aber hofften“, war auch ihr Vater heil aus dem Krieg gekommen. Ihn hatte es in die Nähe von Gießen verschlagen. Der DRK-Suchdienst führte die Familie wieder zusammen, die auf dem Weyershof sesshaft wurde. Dort fand nämlich der Vater als gelernter Melkermeister nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern dort kreuzten sich erstmals auch die Wege von Franz Hannig und Gisela Oehl. Die beiden heute mit einem glücklichen Lächeln: „Es war Liebe auf den ersten Blick.“

Da Giselas Vater ein Angebot als Melkermeister auf Gut Bodenhausen annahm, zog die Familie nach Ehlen, erwarb dort ein Haus. An Giselas Oehls Seite natürlich Franz Hannig, der im Sommer in der Zierenberger Ziegelei und im Winter als Waldarbeiter Arbeit fand. Dann ging Franz Hannig als Bergmann in das Ruhrgebiet, Gisela Oehl folgte ihm. Nach nur einem Jahr, 1953, zog es beide aber wieder zurück nach Ehlen, und am 17. September 1954 besiegelten sie ihre Liebe vor dem Standesbeamten und vorm Altar der katholischen Kirche in Zierenberg.

Franz Hannig arbeitete zunächst als Gemeindewaldarbeiter und danach bis zum Renteneintritt 23 Jahre lang im Dienste des Landes Hessen als Gärtner im Bergpark Wilhelmshöhe. Zudem engagierten sich beide ehrenamtlich in ihrem Heimatort. Gisela Hannig bei den Landfrauen, ihr Ehemann im Gesangsverein und bei der Feuerwehr.

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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