Helfen mit Leib und Seele

Ehepaar Vogt hilft seit 45 Jahren beim Ausbau nepalesischer Krankenhäuser

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Prof. Dr. Werner Vogt und seine Frau Beate: Die Fotos aus den letzten 45 Jahren zeigen, was durch den Erlös der Verkäufe geleistet werden konnte.

Schwalmstadt. Seit vielen Jahren verkauft Beate Vogt zur Oster- und Weihnachtszeit nepalesische Stickereien und Holzschnitzereien sowie selbst gebastelten Schmuck im Museum der Schwalm.

Der gesamte Erlös des Verkaufs geht an das National Kidney Center in Nepal. Für die jahrelange Unterstützung des Museums hat das Ehepaar Vogt nun im Namen des Centers dem Museum der Schwalm eine Auszeichnung überreicht. Die Auszeichnung fand bei der Feier anlässlich des des 20-jährigen Bestehen des Gesundheitscenters statt und ehrt diejenigen, die ihre Arbeit in den letzten Jahren erheblich gefördert haben. Mit dem Geld wurde in den letzten Jahren viel zum Ausbau der Einrichtung erreicht, erzählt Vogt.

Große Wertschätzung

In all den Jahren auf den Märkten in der Schwalm habe sie sich stets willkommen und gut betreut gefühlt, sagt sie. Deshalb möchte sie die Auszeichnung dem Museum überreichen. Auch Museumsleiter Konrad Nachtwey schätzt es sehr, die Huldigung im Namen des Museums entgegennehmen zu können. Mit der Auszeichnung werde dem Museum eine besondere Erkenntlichkeit zugesprochen, sagt Nachtwey.

Erste Schritte in den 70er

Als die Familie Vogt zum ersten Mal im Jahr 1974 nach Nepal reiste, fand sie grauenvolle Zustände vor, schildert die ehemalige Grundschullehrerin. Bei dem katastrophalen Anblick von verwahrlosten Krankenbetten und hilfebedürftigen Menschen haben sie beschlossen zu helfen. Zeitnah hängte Beate Vogt ihre Arbeit als Grundschullehrerin an den Nagel und entschied sich ihr Leben der sozialen Arbeit zu widmen. Ihr Mann, der Professor am Institut für Bergbau in Clausthal war, unterstütze die Entscheidung seiner Frau und half ihr. Er zahlt seither den gesamten Einkauf der Stickerein und Holzschnitzerein aus Nepal, die seine Frau anschließend verkauft.

Das Ehepaar Vogt und Museumsleiter Konrad Nachtwey sind beide überaus glücklich über die jahrelange Zusammenarbeit.

Erstes Dialysezentrum Nepal

Drei mal jährlich reiste sie mit ihrem Mann nach Nepal und wirkte bei der Entwicklung bei dem Krankenhaus mit. Bis sie vor genau 20 Jahren unter der Betreuung der Health Care Foundation das erste Dialysezentrum in Nepal gründeten. Insbesondere der Erlös der Verkäufe bei den Märkten in der Schwalm spielten eine große Rolle beim Aufbau des Zentrums. Dort habe sie einen Großteil des benötigten Geldes verdienen können, erzählt sie im Gespräch.

Schwere Anfangszeit

An die ersten Schritte beim Aufbau des Zentrums erinnert sich die 79-Jährige noch genau: Nachdem sie von dem Geld eine kleine Etage in einem Krankenhaus anmieten konnten, mussten sie notbedürftig den Balkon für infizierte Hepatitis-Patienten umbauen. Im Laufe der Zeit konnten sie neben dem Dialyse-Zentrum auch ein Health-Camp in den Gebirgen Nepals errichten. Dieses Zentrum bot eine kostenlose medizinische Untersuchung für Menschen aus den Gebirgen an, die oft fünf Stunden Fußweg zum nächsten Krankenhaus haben.

Lebenslange Berufung

Seit ihr Mann im Ruhestand ist, reist das Paar nur noch einmal jährlich nach Nepal um die Fortschritte im Krankenhaus wahrzunehmen. „Die Menschen die Vorort helfen, treiben den Prozess der Entwicklung am Krankenhaus voran“, schildert Vogt. Beate Vogt blickt rührend auf die vergangenen 45 Jahre zurück, die sie und ihr Mann damit verbracht haben armen Menschen zu helfen.

Quelle: HNA

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