Runder Geburtstag

Sommerfest in Ehlen: Kirche wird 200 Jahre alt

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Blick in den Altarraum: Pfarrer Günter Schramm auf der Empore der Kirche in Ehlen. Das Gottesgebäude feiert sein 200-jähriges Bestehen am Sonntag mit einem schönen Fest.

Ehlen. Mitten im Ort Ehlen steht das Schmuckstück, das am Wochenende seinen 200. Geburtstag feiert: Die evangelische Kirche, gebaut im Jahr 1818.

Pfarrer Günter Schramm hat sich schon lange mit der Geschichte der Kirche beschäftigt und schöne alte Fotografien aus Archiven gesammelt und vergrößert. Zu sehen sind die Aufnahmen während des Sommerfestes am kommenden Sonntag, 12. August. Rund um die Kirche und in der Kirche soll gefeiert werden. Los geht es um 14 Uhr mit einem Gottesdienst für Burghasungen und Ehlen.

Auf ein Quiz, Kaffee und Kuchen oder auch Grillwürstchen dürfen sich die Geburtstagsgäste freuen. In der Kirche ist die Austellung zu sehen. Auch Kirchenführungen, Kellerbesichtigungen und Turmbesteigungen werden angebogen.

Das schmucke Gotteshaus hat in vielen Winkeln kleine Schätze. So ist zum Beispiel über der Kanzel ein Baldachin der Vorgängerkirche angebracht. Damals muss die Kanzel allerdings eher in einer Ecke gestanden haben. Das jedenfalls lässt die Form des Baldachins vermuten. Leider gibt es vom Aussehen und der Größe der baufälligen Kirche keinerlei Unterlagen. Aber viele Baustoffe vom Abbruch wurden für den Bau der neuen Kirche verwendet wie zum Beispiel die Steine. Aber auch die Rückenlehnen der Bänke auf der Empore verraten Handwerkskunst früherer Zeiten. Dort sind an einer Stelle die Jahreszahlen 1652/53 eingeschnitzt.

Pfarrer Günter Schramm kennt die Kirche gut. Seine Recherche findet sich in einem kleinen Büchlein wieder, das es auch beim Sommerfest geben wird. Darin sind zudem alle amtierenden Pfarrer der vergangenen 200 Jahre aufgeführt. Auch Pfarrer Günter Schramm Dienstbeginn 1998, Dienstende April 2021. In nur drei Jahren wird er in den Ruhestand gehen. Für ihn ist der Geburtstag der Kirche quasi ein Dienstjubiläum. Seit 20 Jahren ist er Pfarrer in Ehlen.

Die Kirche im Dorf: Das Bild stammt von 1958 und zeigt die Ehlener Kirche in der Dorfmitte. Links neben der Kirche ist noch die Schule zu sehen.

Weniger Mitglieder

Und nicht zuletzt beleuchtet er in seinen Ausführungen zur Ehlener Kirche auch die Sorgen, über die ein 200-jähriger Geburtstag einer Kirche nicht hinwegtäuschen kann: Die schwindende Zahl der Kirchenmitglieder. Jährlich treten 15 Menschen aus der Kirche in Ehlen aus. In der Altersgruppe der 25- bis 60-Jährigen ist der Anteil am höchsten. Kirchliche Gebietsreformen gehörten mit zu einem der Gründe, warum Menschen sich distanzieren. Pfarrer Günter Schramm will das Bestehen der Kirche nutzen und hinterfragen, „was eine Kirche im Dorf eigentlich auch heute wertvoll macht“.

In Ehlen kann es nicht Prunk und Protz in der Kirche sein. Den gibt es nämlich dort nicht. Im Gegenteil. Sie besticht durch ihre Schlichtheit. Nichts lenkt ab von eigenen Gedanken, ein Raum der Ruhe, der gerade jetzt vom Sonnenlicht hell und warm durchflutet wird. Es ist, als sei es eine ganz besondere Verbindung zwischen Himmel und Erde.

„Der Kirchenraum und seine Ermöglichung von Gemeinschaft schenkt uns eine Größe, die wir selbst nicht zustande bringen können“, schreibt Pfarrer Schramm in seinen Ausführungen. Gerade deshalb sei es gut, wenn die Kirche im Dorf bleibt. In der Kirche sei das Hören wichtiger als das Reden.

Ein Gotteshaus mit Turm: Die baulichen Veränderungen der Kirche in Ehlen sind auch äußerlich sichtbar.

Quelle: HNA

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