Islandpferd aus Habichtswalder Zucht von Maria-Magdalena Siepe-Gunkelerweist sich als Ausnahmetalent

Von der Ehlener Weide zur WM

So sehen Weltmeister aus: Frauke Schenzel mit Islandstute Óskadis aus Ehlen Foto: Ulrich Neddens/nh

Ehlen. Eine Diva war sie schon immer. Selbstbewusst und mit einem außergewöhnlichen Charakter gesegnet.

„Ich bin toll, ich bin schön und ich hoffe, ihr seht das auch“, schien Óskadis vom Habichtswald ihrer Besitzerin bereits zurufen zu wollen, als sie nach ihrer Geburt am 30. April 2006 – gerade einmal wenige Wochen alt – auf der Ehlener Weide stand. „Pferde wissen, wenn sie außergewöhnlich sind“, sagt Züchterin Maria-Magdalena Siepe-Gunkel. „Zwar sehen sie sich nicht im Spiegel, doch aber in der Herde im Vergleich zu den anderen Tieren.“ Und da stach Óskadis wahrlich heraus.

Das Islandpferd präsentierte sich als außergewöhnlich begabtes Tier, stolz und hoch aufgerich-

„Ich bin unglaublich stolz, ein so wunderbares Pferd gezüchtet zu haben.“

Maria-Magdalena Siepe-Gunkel

tet mit raumgreifenden, großen, hochweiten Bewegungen, gepaart mit Eleganz und Ausdruck. Das Einreiten durch Sophia, Tochter von Siepe-Gunkel, erwies sich als problemlos, die Grundausbildung auf dem Habichtswalder Pferdehof ließ schnell auf eine große Karriere hoffen.

Die aber setzte eine intensive Förderung voraus, die Sophia aufgrund ihres Studiums nicht gewährleisten konnte. So nahm sich ihr die befreundete Frauke Schenzel an, die „erfolgreichste und beste deutsche Reiterin überhaupt“, so Siepe-Gunkel. Auch sie erkannte Óskadis’ Potenzial, die sich fortan zu einem echten Ausnahmepferd entwickelte, 2012 Deutscher Meister wurde, Spitzennoten in der Zuchtprüfung einheimste und Anfang August nun auch zur Weltmeisterschaft nach Berlin darf.

„Ich bin unglaublich stolz, ein so wunderbares Pferd gezüchtet zu haben“, sagt Siepe-Gunkel. Auch wenn der Rappe mittlerweile nicht mehr bei ihr in Habichtswald lebt, fühlt sie sich dem Tier noch immer eng verbunden. „Ich kann mich noch gut an die Zuchtentscheidung erinnern, die zu diesem einzigartigen Pferd geführt hat“, so die Züchterin, die auf ihrem Ehlener Hof an die 30 Islandpferde hält.

Während einer Reise zum Lüneburger Kronshof habe sie vor acht Jahren Óskadis’ Vater Teigur zum ersten Mal gesehen. Ihr Züchterherz habe sofort gepocht, erkannte sie doch den idealen Deckhengst für Ósk, langjähriges Turnierpferd von Tochter Sofia.

Sie hat eben ein feines Gespür, wenn es um das Erkennen ganz besonderer Pferde geht. „Die Fähigkeit, Winzigkeiten in der Beobachtung einzuordnen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, das durfte ich hier ausleben.“

Bei der Weltmeisterschaft Anfang August in Berlin wird Maria-Magdalena Siepe-Gunkel dann nicht nur als Ressortleiterin des Islandpferde-Reiter- und Züchterverbands Deutschland dabei sein, sondern auch als die Frau, die schon früh in Óskadis dieses ganz besondere Etwas erkannt hat, das sie nun auf die weltbesten siebenjährigen Stuten treffen lässt.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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