Homberger sollen Stadtbus selbst lenken - ehrenamtlich

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Kein Verkehr mehr: Der Homberger Stadtbus fährt seit dem 1. Juli nicht mehr.

Homberg. Ein Bürgerbus soll künftig den Stadtbus ersetzen, der bis zum 1. Juli seine Runden durch die Kreisstadt drehte. Das Busunternehmen Grau, das bislang für Mobilität sorgte, hat vor zwei Wochen den Stadtverkehr wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt.

Nun versuche die Stadt, die damit entstandene Lücke im Nahverkehr zu schließen: Sie wolle einen Bürgerbus einsetzen, teilte Bürgermeister Martin Wagner auf Anfrage der HNA mit. Der Bus, der Platz für neun Personen biete, sei bereits vorhanden. Nun suche die Stadt Menschen, die sich ehrenamtlich für die Mobilität von Senioren und Behinderten einsetzen wollten. Denn gerade ältere Menschen oder solche mit Handicaps seien es, die den Stadtbus nutzten.

Eine Statistik habe ergeben, dass es insgesamt 25 Homberger seien, die den Stadtbus regelmäßig nutzten. Der fuhr bislang regelmäßig vom Bahnhof über den Davidsweg zum Marktplatz und weiter zur Seniorenresidenz Papillon.

Die Homberger SPD hatte Wagner vorgeworfen, dass er bereits im Februar gewusst habe, dass der Betrieb eingestellt werden solle, das Parlament aber erst im Juni informiert habe. Es habe im späten Winter Gespräche mit dem Unternehmen Grau gegeben, dass Absichten, aber auch Möglichkeiten habe ausloten sollen. Erst später habe sich gezeigt, dass sich die Stadtbus-Linie nicht rechne.

Künftig solle der Bürgerbus im gesamten Stadtgebiet sicher stellen, dass die Menschen mobil seien, sagte Bürgermeister Wagner. Das heißt, das auch die Stadtteile einbezogen werden sollen. Zeitgleich erarbeite die Stadt gemeinsam mit dem Nahverkehr Schwalm-Eder (NSE) ein Konzept, zudem unterstütze sie die Idee eines Anrufsammeltaxis.

Die Idee eines Bürgerbusses funktioniere in den Gemeinden Malsfeld und Körle bestens, sagte Wagner, deshalb sehe er auch für Homberg gute Chancen, dass es ehrenamtliche Fahrer für den Stadtbus gebe. Wer mindestens 21 Jahre alt ist, den Führerschein Klasse B besitzt, kann sich bei der Stadt melden. (bra)

Kontakt: Helmut Wagner, Tel. 05681/994130

Quelle: HNA

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