Ehrenamtliche Seniorenarbeit stößt auf große Resonanz

Schwalm-Eder. Markus Kink ist guter Dinge: Der Leiter der Koordinierungsstelle zur Förderung der Senioren- und Generationshilfe will das ehrenamtliche Engagement für bedürftige Senioren im Schwalm-Eder-Kreis bündeln. Erste Erfolge stellen sich ein.

In fünf Städten und Gemeinden wurden Arbeitsgruppen gegründet, die Senioren im Alltag unterstützen wollen.

Das berichtete Kink am Donnerstag im Gespräch mit dem hessischen Sozialminister Stefan Grüttner. Das Sozialministerium unterstützt das zweijährige Programm. Es wird zunächst in drei hessischen Landkreisen erprobt, auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg und im Odenwaldkreis.

Sehr positive Resonanz

Die Resonanz sei sehr positiv, sagte Kink. Er hielt in den vergangenen Monaten viele Vorträge bei Kommunen, Kirchen und Sozialträgern. "Alle sehen die Notwendigkeit, enger zusammenzurücken und sich zu unterstützen", sagte er. Vor allem gehe es darum, die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe für ältere und bedürftige Menschen zu stärken und sie zu besser zu organisieren.

Gerade in ländlichen Gebieten lebten viele alte Menschen allein und brauchten Hilfe. "In der Vergangenheit hat es eine zunehmende Individualisierung der Gesellschaft gegeben. Die familiären und dörflichen Strukturen funktionieren oft nicht mehr, da ist ehrenamtliches Engagement nötig", sagte Sonja Wiedel vom Pflegestützpunkt Schwalm-Eder.

Ziel ist es, in jeder Kommune eine Einrichtung zu haben, die sich ehrenamtlich um ältere Menschen kümmert. In Jesberg wurde eine Initiative unter dem Dach der Kirche gegründet, die mit kleinen Gefälligkeiten helfen will. 15 Menschen wollen die Arbeit aufnehmen. Es gehe etwa um gemeinsame Arztbesuche, Unterstützung beim Einkauf, eine Begleitung zum Dorffest, Rasen mähen und Gardinen aufhängen.

In Gudensberg gibt es die Engagement-Lotsen, die sich nun für den Ort etwas überlegen wollen. Auch dort sind 15 Menschen aktiv. In Schrecksbach existiert ein Mehrgenerationen-Café, das die Arbeit ausbauen will, in Oberaula ist ein Haus für mehrere Generationen geplant, und in Treysa hat die Alzheimer-Gesellschaft Interesse an einer Zusammenarbeit angemeldet. "In vielen Fällen helfen junge Alte alten Alten", sagte Kink.

Demografischer Wandel

Das bestätigte Sozialminister Grüttner: "37 Prozent der 60- bis 70-Jährigen engagieren sich ehrenamtlich für andere, sechs Prozent mehr als vor acht Jahren", sagte er. Die Notwendigkeit werde gesehen, und der demografische Wandel sei bei den Menschen angekommen.

Das Programm ist auf zwei Jahre angelegt. Bis Ende 2014 soll Kink die Strukturen aufgebaut haben. Er unterstützt Initiativen beim Aufbau der ehrenamtlichen Tätigkeit, berät bei Fördermöglichkeiten und Versicherungsfragen, der Schulung und Aufklärung der Mitarbeiter und der Präsentation des Angebotes.

Bernhard Ebel, der stellvertretende Leiter der Sozialverwaltung, regte an, sich schon jetzt zu überlegen, wie es danach weiter gehen soll. Das Thema sei angesichts des Bevölkerungsschwundes sehr wichtig. Das Sozialministerium fördert das Projekt im Jahr 2013 mit 30.000 Euro.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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