Zentrale Gedenkfeier auf dem Soldatenfriedhof in Breuna

Volkstrauertag: Ehrfurcht vor dem Leben

Ort der Erinnerung: Auf dem Breunaer Soldatenfriedhof fand gestern die Gedenkfeier zum Volkstrauertag mit Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke statt. Foto:  zhf

Breuna. „Wir gedenken der Gefallenen und Toten im November, wenn Gedanken und Gefühle sich in die Jahreszeit einfügen, sich an unbelaubte, kahle Bäume anlehnen können“, sagte Oberst Dirk Waldau am Sonntagnachmittag während der Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Breunaer Soldatenfriedhof.

„Die Gefallenen der Kriege, die vielen zivilen Toten, die Opfer der Gewaltherrschaft, sei es durch die deutschen Angriffskriege, den Holocaust, aber auch diejenigen, die im Bombenkrieg und bei der Flucht und Vertreibung ihr Leben verloren haben, sind längst begraben.“ Den richtigen Bezug zu finden, sei daher heutzutage nicht mehr so einfach, doch umso wichtiger.

„Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit müssen immer neu erkämpft werden.“

Soldatenfriedhöfe und Gedenkstätten wie die in Breuna tragen laut Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann zur Erinnerung bei. Die Gräber der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror seien jedoch nicht nur Mahnmale, sondern vor allem Orte, die den Toten eine Stimme geben. „Ihr Vermächtnis heißt Frieden und Ehrfurcht vor dem Leben“, so Henkelmann.

Dass es am Volkstrauertag nicht nur um die Vergangenheit, um die Millionen Opfer der beiden Weltkriege und der NS-Diktatur geht, sondern auch um die Gegenwart, machte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke zum zentralen Thema seiner Rede. Es liege in der Verantwortung aller, einer guten Zukunft entgegenblicken zu können. „Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit müssen immer neu erkämpft werden, eine freie und friedliche Welt muss auch immer eine sozial gerechte Welt sein“, mahnte er.

Der Frieden im Großen wie auch das friedvolle Miteinander in den örtlichen Gemeinschaften komme nicht von allein, jeder müsse aktiv etwas dafür tun. Anderen mit Respekt zu begegnen sowie dagegen aufzustehen, wenn in unserem Umfeld Mitmenschen Missachtung erführen, seien nur einige Möglichkeiten.

Würde zugestehen

„Wenn es uns gelingt, unsere Kinder zu aufrechten Menschen zu erziehen, die um ihre eigene Würde wissen und deshalb auch anderen und Andersdenkenden Würde zugestehen, dann haben wir ein wichtiges Stück Friedensarbeit geleistet“, so der Regierungspräsident, der dafür allen Überzeugungskraft, Beharrlichkeit und Leidenschaft wünschte.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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