150 Menschen und zwölf Grautiere weihten den ersten der Caldener Kulturwege ein

Erster Caldener Kulturweg eingeweiht - 150 Menschen wandern mit

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Sandi und seine Fans: Der schöne Graue aus Meimbressen ließ sich, ohne zu murren, von den Freundinnen Mara und Merle (Bildmitte von links) über den Eselsweg führen.

Zierenberg/Ehrsten. Bei der Einweihung des neuen alten Eselsweges trotteten zwölf Esel mit gutgelaunten Marschbegleitern, darunter zahlreiche Auswärtige, eineinhalb Stunden auf historischen Spuren.

Sandi und seine elf Verwandten aus der Familie der Haus- und Zwergesel kann nichts aus der Ruhe bringen. Auch nicht die gut 150 erwartungsvollen Menschen, die sich an diesem Sonntagvormittag vor dem Ehrster Dorfgemeinschaftshaus versammelt haben. Liebevolle Blicke und jede Menge Streicheleinheiten quittieren die viel Bewunderten mit Gelassenheit. Hauptsache, der Führstrick ist lang genug, um ab und zu ein grünes Büschel von der Wiese zwischen die Zähne zu nehmen.

Die zwölf Grauen sind die Stars des Tages. Dort, wo ihre Vorfahren einst Säcke voller Korn und Mehl zwischen Ehrsten und Zierenberg transportierten. Die nach den Langohren benannte Wanderstrecke ist der erste fertiggestellte Teil der seit vier Jahren von Ehrenamtlichen erarbeiteten Caldener Kulturwege.

„Alltags-Archäologie“ nennt Ortsvorsteher und Sprecher des Ehrster Arbeitskreises Geschichte und Dorfentwicklung, Axel Träger, was die Freiwilligen vom „E(h)rster Samstag“ bei der Wiederherstellung des alten Weges geleistet haben. Da galt es an erster Stelle, den historischen Verlauf aufzuspüren, die verwilderte Route von Bewuchs freizuschneiden, Markierungen anzubringen und zwei Infotafeln aufzustellen. Nun ist der Eselsweg wieder begehbar.

Unterwegs auf dem Kulturweg

Aus dem Dorf heraus zieht der lange Tross durch die Siedlung, dann über idyllische Feldwege hinauf in den Wald. Dort steht die erste von zwei Infotafeln. Irgendwo da oben zwischen den Bäumen werden Zwei- und Vierbeiner die Gemarkungsgrenze nach Zierenberg überschreiten. Der Blick fällt auf einen alten Grenzstein.

Weiter geht’s zum Ehrster Plateau. „Auf der Platte“ bei den 160 Jahre alten Hutebuchen wurden vor langer Zeit fröhliche Feste gefeiert. „Vielleicht“, sagt der für seine Kreativität bekannte Ortsvorsteher, „lässt sich dieser Brauch wiederbeleben“. Unterwegs berichtet Träger aus der Geschichte, zu Natur und dörflicher Kultur.

Nun führt der Weg nur noch ein kurzes Stück durch den Wald - und plötzlich liegt Zierenbergs malerische Stadtsilhouette am Horizont. Durch eine abfallende weite grüne Ebene ziehen Esel und Menschen hinunter, zurück in die Zivilisation. Am Abzweig von der Landesstraße zur Obermühle steht Infotafel Nummer zwei. Auf dem malerischen Mühlengelände von Familie Vogt machen Menschen und Tiere nun erstmal Rast. Die Eisenacher Brauerei hat dafür einen Hektoliter ihres Schwarzbiers „Schwarzer Esel“ spendiert.

Zurück geht es über den Jägerpfad durch das Naturschutzgebiet Dörnberg. Am Ende der originellen Wanderung wissen die Einweihungsgäste: eine reizvolle Strecke, auch ohne Esel-Begleitung.

Quelle: HNA

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