Holz wird zu Weinfässern und Möbeln weiterverarbeitet

Eiche aus Forstamt Melsungen erzielte zweithöchsten Verkaufspreis

Melsungen. Bei der jüngsten Wertholz-Submission, ein forstwirtschaftliches Verkaufsverfahren, bei Niedermöllrich war ein Eichenstamm aus dem Revier Schwarzenberg der Zweitbeste.

Für eine Eiche wurden 1069 Euro pro Festmeter erzielt. „Das ist ein absoluter Spitzenpreis“, sagt Sebastian Keidel, Bereichsleiter Produktion für Holzvermarktung beim Forstamt Melsungen. Im Durchschnitt erzielt ein Eichenstamm 520 Euro pro Festmeter.

Keidel koordiniert die Bestückung des Wertholzplatzes bei Niedermöllrich für das Melsunger Forstamt. Dort wird ausschließlich Laubholz versteigert: Eiche, Buche, Walnuss, Esche, Bergahorn.

Nadelholz wie Lärche und Fichte landet auf dem Wertholzlagerplatz bei Knüllwald-Rengshausen. Aber dorthin liefern die Reviere des Melsunger Forstamtes keine Stämme: „Uns fehlen pro Stamm-Durchmesser noch ein paar Zentimeter“, sagt Keidel, „unser Nadelholz ist daher qualitativ noch nicht so interessant für die Versteigerung.“ Das bedeutet also, dass die Melsunger Laubbäume noch 30, 40 Jahre wachsen müssen, um auf dem Wertholzplatz in Rengshausen landen zu können.

Sebastian Keidel. Foto: nh

Anders sieht es beim Laub-Wertholz aus: Der Spitzen-Eichenstamm stand rund 250 Jahre im Revier Schwarzenberg. „Der muss schon als junger Baum ins Auge gestochen haben“, sagt Keidel. Seitdem haben ihn etwa 15 Förstergenerationen gepflegt und darauf geachtet, dass er genügend Licht und Platz hat, um perfekt zu wachsen. „Über die Jahrhunderte haben alle Schwarzenberger Förster ein gemeinsames Ziel gehabt, diesen Baum zu pflegen“, sagt Keidel, „das ist beeindruckend.“ Im November vergangenen Jahres war die Eiche dann reif, und der jetzige Revierförster, Werner Boderke, ließ sie fällen.

Nur die unteren drei bis zehn Meter eines Stammes landen auf dem Wertholzplatz. Je höher der Stamm ist, desto schlechter wird die Qualität, denn im oberen Bereich befinden sich Astlöcher, die die Qualität des Holzes mindern.

Drei Wochen hatten Händler aus Deutschland, Frankreich und Polen die Möglichkeit, die Wertholz-Stämme auf dem Lagerplatz von allen Seiten zu begutachten. Sie waren auf der Suche nach Eichenholz, das zu Weinfässern verarbeitet werden soll und Furnierholz für Möbel. Auch die Schwarzenberger Eiche wird als edles Furnier für Tisch, Stuhl oder Schrank verarbeitet. Denn sie gehört zu den Besten der Besten.

Quelle: HNA

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