169 Erzeuger im Kreis

Eierskandal um Fipronil facht die regionale Nachfrage an

Schwalm-Eder/Gilserberg. Die Aufregung ums Insektengift Fipronil bringt den 169 Betrieben im Landkreis, die Eier erzeugen, eher Vor- denn Nachteile.

Laut Stefan Strube, Sprecher des Regionalbauernverbandes, ist der verbotene Einsatz des Mittels bei uns grundsätzlich auszuschließen. Dank der aufge-stempelten Kodierung sei die Herkunft jedes einzelnen Eis perfekt zurückverfolgbar. Stichproben würden regelmäßig genommen.

Wie Strube auf Nachfrage unserer Zeitung weiter berichtete, ist der Einsatz von Chemie in Hühnerställen in unserer Region ohnehin nicht üblich. Die Landwirte setzten vielmehr auf Silikatstaub – einen fein gemahlenen Sand – der Milben im Gefieder der Tiere austrocknet. Strube unterstrich, dass „regionale Erzeugung eine gute Gewähr für Qualität“ darstelle. Der Effekt, dass durch den Fipronilskandal die Nachfrage nach heimisch erzeugten Eiern steigt, ist laut Strube schon spürbar, „Regionalität ist ein tragfähiger Trend“.

Das bestätigt Christian Ende aus Gilserberg, der 1350 Hühner in fünf Hühnermobilen besitzt. Er könnte noch deutlich mehr Eier verkaufen, berichtete er der HNA diese Woche. Im Landkreis Schwalm-Eder werden aktuell über 142.000 Hühner gehalten, die jährlich über 40 Mio. Eier legen und damit den geschätzten Bedarf aller Schwalm-Ederer nahezu decken würden. Denn der Prokopfverbrauch steigt seit Jahren, im statistischen Durchschnitt konsumiert jeder Deutsche pro Jahr über 230 Eier, Tendenz beständig steigend.

Förderlich ist die Diskussion um das Parasitenmittel Fipronil aber nicht. Laut Regionalbauernverband trifft Kritik die heimischen Landwirte im Fahrwasser von internationalen Erzeugerskandalen meistens pauschal, „bei der BSE-Krise war es besonders schlimm“, so Strube.

Hintergrund: Test auf Fipronil

Reinigungsmittel und Reinigungsprozesse in den Legehennenställen werden im Schwalm-Eder-Kreis von Mitarbeitern des Gesundheits-, Verbraucherschutz- und Veterinärwesens geprüft.

Unsere Frage nach Proben und Tests wurden gestern so beantwortet: „Es werden bei Legehennenbetrieben im Landkreis Proben gezogen und der Testung auf Fipronil zugeführt. Die vorhandenen Stallreinigungs- und Desinfektionsmittel werden bei der Probennahme überprüft. Weiterhin werden Schlachtkörper von Hähnchen beprobt und der Untersuchung auf Fipronil zugeführt.“

Die Mitarbeiter überwachen und begleiten zudem Rückrufaktionen.

Quelle: HNA

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