Machbarkeitsstudie geplant

Mengsberg will autarkes Bioenergiedorf werden

Für die Zukunft: Mengsberg entwickelte die Idee, sich als Bioenergiedorf weitestgehend unabhängig von fossilen Rohstoffen zu machen und auf regionale Ressourcen zu setzen. Foto: Schittelkopp

Mengsberg. Eigenen Strom und selbst Wärme produzieren, dieses Ziel haben sich die Mengsberger gesetzt. Der Arbeitskreis Mengsberg entwickelte die Idee, den Ort in ein autarkes Bioenergiedorf zu verwandeln.

Das ist eine Ortschaft, die einen großen Teil ihres Strom- und Wärmebedarfs überwiegend durch regionale Biomasse selbst deckt.

Laut Ortsvorsteher Karlheinz Kurz planen die Mengsberger den Bau eines Nahwärmenetzes. Es soll eine Bioenergieanlage und ein Blockheizkraftwerk, das mit Holzhackschnitzel betrieben wird, entstehen.

Biogasanlage geplant

Die Dorfbewohner wollen dabei auf die Ressourcen ihrer unmittelbaren Umgebung setzen. Die Rohstoffe für die Anlagen sollen die örtlichen Landwirte sowie Besitzer und Pächter der landwirtschaftlichen Flächen liefern. Das Holz für den geplanten Spitzenlastkessel soll von den Waldinteressenten kommen. Geplant ist eine Biogasanlage mit einer Leistung von 200 Kilowattstunden. „Das sollte für alle Haushalte reichen“, sagte Kurz. Nach Berechnungen des Arbeitskreises müssten sich 120 bis 150 Haushalte anschließen, um das Bioenergiedorf wirtschaftlich zu machen.

„Wir wollen aber nicht nur auf Nahwärme setzen, sondern auch auf Strom, den wir produzieren“, fügte der Ortsvorsteher an. Denn durch diese beiden Komponenten kann sich Mengsberg die Anerkennung als Bioenergiedorf verdienen und hat so die Möglichkeit auf zusätzliche Fördermittel.

Genossenschaft gründen

Wichtig sei, hob der Ortsvorsteher hervor, dass sich eine Genossenschaft gründe –nur dann sei die Idee umzusetzen. Neustadts Bürgermeister Thomas Groll unterstützt den Stadtteil: „Es ist die logische Fortsetzung der Erfolge beim Zukunftswettbewerb.“ Im Zuge der Vorbereitungen auf den Landesentscheid Unser Dorf hat Zukunft kamen die Überlegungen auf, was Mengsberg außer schönen Vorgärten noch gestalten und wie das Dorf zukunftsfähig werden könne. Mengsberg würde sich so unabhängig von fossilen Rohstoffen machen und seinen eigenen lokalen Beitrag zu umweltfreundlichen Energiewende leisten. Durch die landwirtschaftliche Prägung des Ortes und die Waldinteressenten sei Mengsberg ein idealer Standort als Bioenergiedorf.

Groll bestätigte, dass im Haushalt für 2013 10 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie eingestellt sind – zur Prüfung der Umsetzung der Mengsberger Idee vor Ort.

Im Januar ist eine Bürgerinformationsveranstaltung im Dorf geplant. Ortsvorsteher Kurz kündigt an, dass bis zum Besuch der Bundeskommission des Dorfwettbewerbs für die letzte Runde im Juni 2013 ein Konzept vorliegt. (cls)

Quelle: HNA

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