Eigener Chef statt Arbeitslosigkeit - Agentur hilft häufiger mit Zuschüssen

Wolfhager Land. Im Landkreis Kassel wagen immer mehr arbeitslose Menschen mithilfe der Agentur für Arbeit den Sprung in die Selbstständigkeit : Waren es im ersten Quartal 2013 insgesamt 41 Landkreisbewohner, die mit einem Gründungszuschuss unterstützt wurden, so lag diese Zahl im ersten Quartal 2014 bei immerhin 103 Personen.

Seit die Bundesregierung Anfang 2012 die Bedingungen für den Zuschuss verschärft hatte, wurden Monat für Monat weniger Gründungsvorhaben als förderwürdig anerkannt. Die Industrie- und Handelskammer in Kassel (IHK) hatte dies als unternehmerfeindlich kritisiert. Nach dem Tiefststand im Frühjahr 2013 geht es aber wieder stetig bergauf bei den Existenzgründungen mit finanzieller Hilfe durch die Arbeitsagentur.

Die schaut inzwischen genauer hin, ob die Geschäftsideen dauerhaft Aussicht auf Erfolg haben. Den früheren Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht mehr. „Wir möchten nicht, dass die Leute sich verrennen und nachher mit hohen Schulden dasitzen“, sagte Agentursprecherin Silke Sennhenn.

Nach der Neuregelung sei es nicht mehr möglich, sich erst kurz vor Auslaufen des Arbeitslosengeldes in ein schlecht überlegtes Gründungsabenteuer zu stürzen. Wer die Förderung wolle, müsse sich frühzeitiger Gedanken machen, ein detailliertes Geschäftskonzept vorlegen und dessen Tragfähigkeit auch von IHK oder Handwerkskammer überprüfen lassen.

Vier von fünf Gründungsprojekten sind laut Agentur auf längere Sicht erfolgreich. Im Altkreis Wolfhagen wurden zum Beispiel Kraftfahrzeug- und Instandhaltung, ein Taxiunternehmen, ein technischer Berater und eine Künstlerin gefördert. Das Interesse an Firmengründungen sei vor ein paar Jahren noch deutlich höher gewesen, sagt die IHK. Das liege an der guten Wirtschaftsentwicklung der Region: Als Alternative zum Schritt in die Selbstständigkeit seien inzwischen mehr attraktive Angestelltenjobs auf dem Markt. 2. SEITE

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare