Gemeinde Malsfeld will Carsharing anbieten 

Ein Elektro-Auto zum Teilen

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Fährt gerade mit Begeisterung ein Elektroauto: Marion Karmann, die als Regionalmanagerin das Carsharing in Malsfeld etablieren will. 

Malsfeld. Die Gemeinde Malsfeld will ab dem kommenden Februar Carsharing anbieten. Das haben die Malsfelder Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Dienstag beschlossen.

Die SPD-FDP-Koalition hatte einen entsprechenden Antrag gestellt und mit der CDU beschlossen. Die Gemeinschaftsliste (GL) hatte sich geschlossen dagegen ausgesprochen.

Initiatorin ist die Regionalmanagerin Marion Karmann (SPD). Das Regionalmanagement wird das Pilotprojekt in Malsfeld starten und langfristig auf die anderen Gemeinden des mittleren Fuldatals, Felsberg, Melsungen und Morschen ausweiten.

Karmann arbeitet dabei mit dem Jesberger Michael Schramek zusammen, der den Verein „Vorfahrt für Jesberg“ mit gegründet hat. Er setzt sich für ein Leben auf dem Land ohne Auto ein und vermarktet dies auch unternehmerisch in der Firma Regiomobil. Er wird das Auto über diese Firma zur Verfügung stellen.

Es soll am Rathaus stationiert werden und kann dort von jedem Malsfelder gemietet werden. „Bei dem Auto soll es sich um ein Elektrofahrzeug handeln, da der ökologische Nutzen im Vordergrund stehen soll“, sagte Karmann.

Derzeit probiert sie ein Elektroauto aus, das ihr von der Fulda-Eder-Energie und den städtischen Werken Kassel zur Verfügung gestellt wird. Besonders junge Menschen seien für die neue Art der Fortbewegung aufgeschlossen, sagt sie. „Nicht jede Familie braucht ein zweites Auto, Carsharing kann eine echte Alternative sein.“ Auch für Ältere ohne Fahrzeug sei dies interessant. Für das Projekt soll auch der Malsfelder Bürgerbus eingesetzt werden.

Helmut Ostheim (GL) kritisierte das Vorhaben. „Wie soll das funktionieren?“, fragte er. Wenn er erst irgendwie von Sipperhausen nach Malsfeld kommen müsse, um dann im geliehenen Auto nach Melsungen zu fahren, mache das keinen Sinn.

Zudem bezweifelt Ostheim die Funktionalität von Elektroautos. Die Reichweiten der Fahrzeuge seien zu gering. „Wir sollten warten, bis die Zeit reif ist.“

Ralf-Urs Giesen (FDP) votierte für das Projekt. Er habe gute Erfahrungen mit Elektroautos gemacht. Außerdem sei das Vorhaben zunächst nur ein Test, der die Gemeinde zudem nichts koste, sagte er. Er habe den Eindruck, dass die GL jegliche Innovation erst einmal ablehne.

Dominik Leyh (CDU) berichtete, das eigene Auto verliere bei den jungen Menschen zunehmend an Bedeutung. Carsharing könne eine Lösung für die Zukunft sein, auch im ländlichen Bereich.

Die Erfahrungen in Jesberg seien gut und zeigten, dass Carsharing auch auf dem Land funktionieren könne, sagte Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel. 

So funktioniert das Carsharing: 

Die Firma Regiomobil hat es sich auf die Fahnen geschrieben, Carsharing aufs Land zu bringen. Inhaber ist der Jesberger Michael Schramek. Wer das Carsharing nutzen will, kann sich auf der Internetseite von Regiomobil informieren und registrieren lassen. Dort gibt es einen Chip für den Führerschein. Damit lässt sich die Tür des Fahrzeugs öffnen, das für das Malsfelder Modell am Rathaus geparkt sein wird. Der Schlüssel zum Fahrzeug befindet sich im Auto. Die Buchung erfolgt über die Internetseite von Regiomobil. Zudem ist eine App in der Planung, heißt es von Regiomobil, dann könne das Auto auch direkt über das Smartphone gebucht werden. 

Information: www. regiomobil.dixma.de

Quelle: HNA

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