A cappella-Gruppe HörBänd überzeugte in Wolfhagen mit Professionalität

Ein Froschkönig, beginnender Haarausfall und viel Spaß

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Märchenstunde: Die Sänger der a cappella-Gruppe HörBänd Ohlsen (von links), Josh, Sven, Alice und Silas zeigten eine eigene Version des Froschkönigs.

Wolfhagen. Der Auftakt zum Winterfestival im Wolfhager Kulturladen entpuppte sich zu einem kleinen A cappella-Festival. Nach den gestandenen Männern der „6-Zylinder“ am Freitag, am Samstagabend zum ersten Mal die Newcomer „HörBänd“ aus Hannover mit ihrem Programm „Drunter und Drüber“.

Die Mischung aus bekannten Melodien und deutschen Eigenkompositionen von Klassik bis Pop beeindruckten Sven, Josh, Silas, Ohlsen und Alice das Publikum. Die fünf A cappella-Musiker wissen nicht nur, wie man singt und dabei eine Bigband ersetzt, sondern zeigen auch trockenen Humor. Das stellten sie mit einer witzigen Version des Kinderlieds „Auf der Mauer, auf der Lauer“ unter Beweis. Sven überraschte bei dem Liebeslied „Weißt du noch?“ mit einer inhaltlichen Wendung und einem Trompetensolo, nur mit seiner Stimme fabriziert.

Im Programm ging es wirklich drunter und drüber. Mal sangen sie fröhlich „Kirsche, Kirsche, Dame“ und vom „Lila Regen“, um die Banalität von englischen Texten aufzudecken. Dann outete sich Ohlsen als der Intellektuelle in der Band, um über den „Faun“ von Debussy zu dozieren. Während die Zuschauer noch über das intellektuelle Gefasel nachdachten, war die A cappella-Jugend schon beim Schneewalzer von Heino (Silas) angelangt.

Nach der Pause war Märchenstunde angesagt. Das Quintett hatte sich den Froschkönig für eine herrlich alberne Parodie mitsamt Verkleidung ausgesucht. Das war so lustig, dass selbst die Akteure kicherten. Und die Zuschauer lachten mit. Überhaupt wirkten die Fünf manchmal wie vier große, kleine Jungen und ein freches Mädchen. Zunächst besang Josh die Existenzkrise im Leben eines Mannes: beginnender Haarausfall und verstopfte Abflüsse. Doch bei einer gut inszenierten Version von „Wer hat die Kokosnuss geklaut“ samt King-Louie-Solo gaben sie erst richtig Gas und das Publikum konnte sich vor Lachen kaum halten. Zum Abschluss des Programms gab es noch ein Solo von Alice mit einer wunderschönen poetischen Ballade. Langer Beifall vom Publikum, das die HörBand nicht ohne Zugaben entließ. (un)

Quelle: HNA

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