Viel Applaus für sein Programm

Ein Herz fürs Akkordeon: Frank Grischek spielte in Fritzlar

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Er will die Menschen fürs Akkordeon begeistern: Musiker Frank Grischek spielte in der Kulturscheune. 

Fritzlar. Der Akkordeon-Virtuose und Kabarettist Frank Grischek gastierte zum ersten Mal in Fritzlar. Er war begeistert, „in einem so fantastischen Raum“ spielen zu dürfen. Damit meinte er die Fritzlarer Kulturscheune. 

Der 45-jährige Künstler, der mit seiner Mimik eher mürrisch und beleidigt erscheint, aber das Publikum trotzdem immer wieder zum Lachen und Schmunzeln bringt, stammt aus Hamburg, wo auch seine Lebensgeschichte mit dem Akkordeon begann. „In jeder Familie gibt es ein Akkordeon“, erzählte Grischek und erwähnte, dass dieses immer auf dem Dachboden liege und niemals im Keller. Selbst dann, wenn es keinen Dachboden gebe. Und immer habe das Instrument dem Opa und niemals der Oma gehört. So erlebte er das auch in seiner Kindheit und die Verbundenheit zu diesem Instrument begann bei Grischek, als seine Mutter ihm das Instrument vor seinem Bauch befestigte.

Mit Klavier und Trompete

Der Fünfjährige konnte kaum über das Instrument schauen und spielte, das wollte die Familie so, in einer Akkordeongruppe mit. „Davon wurde ich nach fünf Jahren befreit, da wir umgezogen sind, und auf dem Gymnasium durfte ich dann auch Klavier und Trompete spielen.“ Der Musiker kam dann zum Thema Straßenmusiker. „Wahrscheinlich kennen Sie mich aus einer Fußgängerzone, wo ich neben meiner über zwölf Kilogramm schweren Borsini Superstar auch eine Trompete und ein gebogenes Kazoo, das einen leicht saxofonartigen Klang hat, dabei habe. Denn wenn es regnet, habe ich als Akkordeonist keine Chance und der Hut bleibt leer.“ Auf diese Art erzählte Grischek zwischen seinen musikalischen Beiträgen, die von Musette über Tango und Folk bis zu Klassik reichten, aus seinem Künstlerleben als Straßenmusiker, das sich entscheidend änderte, als er sich für Solo-Auftritte im Warmen und mit einem Dach über dem Kopf für sich und seine Borsini entschied. Was ihn an seinem Akkordeon so fasziniert, erklärte er mit der Nähe zu dem Instrument. Der Körper des Musikers schwinge beim Spiegel regelrecht mit.

Der Künstler interpretierte virtuos die Musikstile vom Hummelflug, den man laut Grischek fast nie fehlerfrei spielen kann, bis hin zu schottischen Weisen, die eigentlich nur auf dem Dudelsack gespielt werden.

Dabei spürte und sah man, dass Grischek, der meist mit geschlossenen Augen und ohne Noten spielt, eine grandiose Einheit mit seiner Borsini bildete. Grischek freue sich, wenn er unter den Gästen bei ein oder zwei Herzen die Liebe zum Akkordeon eingepflanzt habe. Er erinnerte an den Akkordeontag am 6. Mai, ehe er sich nach drei Zugaben unter lautem Beifall verabschiedete.

Quelle: HNA

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