Verwahrloste Baugrube in Oberelsungen stört Anwohner seit Jahren – Eigentümer will aber noch bauen

„Ein Schandfleck für den Ort“

Keine schöne Aussicht: Wenn Heinz Heine über seinen Gartenzaun blickt, schaut er auf die verwahrloste Baugrube – und das schon seit Jahren. Fotos: Glass

Zierenberg. Die Heines aus der Heinestraße in Oberelsungen sind es leid: Ihr gepflegtes Grundstück mit Garten und Mehrfamilienhaus grenzt direkt an eine Baugrube. Die besteht schon seit Jahren und verwahrlost nach Angaben der Eheleute zusehends, weil nichts geschieht.

Doch nicht nur das Ehepaar, das seit 1995 an der Heinestraße lebt, stört sich an dem verwilderten Grundstück am Bühlecker Weg/Ecke Heinestraße. „Das ist ein Schandfleck für den Ort“, sagt Ortsbeiratsmitglied Bärbel Gleissner, die nur ein paar Häuser entfernt wohnt.

Der Eigentümer, Diplom-Ingenieur Reinhard Müller aus Liebenau, wollte dort vor zehn Jahren nach eigenen Angaben ein Mehrfamilienhaus bauen. Während dieser Zeit sei die Stadt Zierenberg jedoch mit einem Sanierungsauftrag für ein altes Fachwerkhaus in der Kernstadt an ihn herangetreten. Weil das Vorrang gehabt habe, musste das Projekt in Oberelsungen zurückgestellt werden, sagt Müller auf HNA-Anfrage. Die weiteren Vorhaben seien ins Stocken geraten und schließlich ganz zum Erliegen gekommen.

Schlechte Konjunkturlage

Wie es mit der sich über mehrere Meter erstreckenden und tiefen Grube weitergehen soll, ist noch unklar. Zumindest für die nächsten Monate gibt es keine Planungen. Aber: „Dort soll auf jeden Fall noch gebaut werden“, sagt der Liebenauer, der im Stadtteil Zwergen ein Architekturbüro betreibt. Bislang hätte ihn die schlechte Konjunkturlage daran gehindert. Ob er das Grundstück behalte oder verkaufe, sei noch offen. „Möglich sind beide Varianten“, sagt Müller.

Zu den Vorwürfen der Verwahrlosung äußerte er sich nicht. Doch die ist laut Angaben der Anwohner nicht das einzige Problem: „Die Sicherheit ist gefährdet“, meint etwa Bärbel Gleissner. Zwar sei das Grundstück mit einem Bauzaun eingezäunt, der sei aber an einigen Stellen nicht fest genug installiert und könne auf Passanten kippen, meint Heinz Heine.

Ebenso gefährlich sei eine Stelle, die derzeit gar nicht eingezäunt ist, berichtet Bärbel Gleissner. Für spielende Kinder auf Entdeckungstour etwa könnte das Gefahren bergen. Und: Die Salatkirmes, die in unmittelbarer Nachbarschaft stattfindet, steht an. „Man weiß ja, wie das bei Festen ist – es wird getrunken“, sagt Gleissner und hofft, dass dann nichts passiert.

Bislang sei in all den Jahren nichts passiert, sagt Zierenbergs Bürgermeister Stefan Denn. Er meint damit Unfälle auf dem Gelände und nicht den Stillstand der baulichen Vorhaben des Liebenauers – was aber in diesem Fall ebenso zutrifft.

Von Vera Glass

Quelle: HNA

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