Eine Ausbildung, zwei Abschlüsse: Alten- und Krankenpfleger in dreieinhalb Jahren

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Pflege im Wandel: Alten- und Krankenpflege können in einer alternden Gesellschaft nicht mehr strikt getrennt werden.

Schwalm-Eder. Alten- und Krankenpflege integriert in einer Ausbildung - so sehen Awo-Nordhessen und Vitos-Kurhessen den Pflegeberuf der Zukunft.

Gemeinsam entwickelten sie eine Modellausbildung, bei der die Schüler gleichzeitig einen staatlich anerkannten Abschluss in der Alten- sowie der Krankenpflege erwerben können.

Hinter dem Angebot steckt zum einen, dass die Anforderungen an die Pflege sich geändert hat. „In einer alternden Gesellschaft, kann man diese beiden Berufe nicht mehr trennen“, sagt Michael Schmidt, Geschäftsführer Awo-Nordhessen. Immer öfter müssten auch Krankenhäuser sich um ältere, pflegebedürftigere Patienten kümmern.

Zum anderen soll mit der neuen Ausbildung der Pflegeberuf für jüngere Leute wieder attraktiver gestaltet werden. Das Gesundheitswesen sei eine richtige Jobmaschine, sagt Schmidt. „Doch uns geht der Nachwuchs aus, künftig werden Fachkräfte fehlen.“

Mit der Modellausbildung wolle man gegensteuern - mit Erfolg: Zum ersten Mal startete die integrierte Ausbildung von Awo und Vitos im Jahr 2005. „Die Schüler hatten schon vor dem Examen jede Menge Jobangebote“, sagt Schmidt. „Dieser Abschluss ist richtig gefragt."

Am Montag starteten die nächsten 26 Schüler zum zweiten Modellprojekt. „Noch ist dies ein Modell und keine Regelausbildung. Aber es ist ein Modell der Zukunft“, sagt Schmidt. Immerhin sei eine Zusammenlegung der beiden Ausbildungen auch von Seiten der Landes- und Bundesregierung gewünscht.

Vor den Schülern liegt nun ein straffes Programm: Unterrichtet werden sie sowohl in der Awo-Altenpflegeschule Homberg als auch in der Vitos Schule für Gesundheitsberufe Bad Emstal. Auch die Praxis erlernen sie im Krankenhaus und Altenheim. Nach drei Jahren folgt die Altenpflegeprüfung, ein halbes Jahr später die Krankenpflegeprüfung.

Nach dreieinhalb Jahren haben die Schüler zwei staatlich anerkannte Abschlüsse. „Diese Ausbildung ist einzigartig, etwas ganz Besonderes“, sagt Irmgard Raschka-Halberstadt, Geschäftsführerin von Vitos-Kurhessen.

Die Schüler könnten viel flexibler auf dem Arbeitsmarkt auftreten und hätten, dank der doppelten Qualifikation, sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten.

Quelle: HNA

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