Anni Kral genießt im Garten hinter ihrem Haus den Blick übers Dorf und das Rauschen der Blätter

Eine Bank zwischen alten Eichen

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Vielfalt: Im Garten ist auch jede Menge Platz für duftende Blumen.

Elbenberg. Klein und fein – das Fachwerkhaus der Krals ist typisch für das Unterdorf in Elbenberg. Dass es ein Drei-Generationen-Haus ist, in dem sechs Leute wohnen, erwartet man aber auf den ersten Blick nicht.

Ebenso wenig wie den Garten, der sich hinter dem Haus über Terrassen ausbreitet, auf gut 3000 Quadratmetern gärtnerische Vielfalt und ländliche Idylle vereint. Hier befindet sich auch der Lieblingsplatz von Anni Kral.

Steil geht es bergauf über einen gepflegten Weg, diverse Sandsteinstufen, vorbei an Blumen und anderen Gewächsen auf eine Freifläche mit akkurat geschnittenem Rasen.

Hier, sagt die 76-Jährige, ist Platz für eine lange Tafel, um in großer Runde zu feiern. Wenige Meter weiter, noch etwas höher gelegen dann der Platz, der für Anni Kral so besonders ist: Links und rechts von zwei uralten, knorrigen Eichen flankiert steht eine überdachte Bank, auf der drei Leute bequem Platz finden. Hier ist der Ort der Ruhe, des Ausspannens. Von der Straße bis zum höchsten Punkt des Gartens, der sich ein paar Schritte hinter den Eichen befindet, seien es 17 Höhenmeter. Das habe zumindest ihr Großvater erzählt, der 1917 das Haus kaufte.

Auf jeden Fall sitzt man so weit oben, dass man über die Dächer weit in die Ferne blicken kann. Man hat die Hesseln bei Naumburg ebenso gut im Blick wie Altendorf. In der Mitte breiten sich Felder aus bis hoch zum Wald. Anni Kral schwärmt vom Frühjahr: „Am Mühlenberg neben der Kirche, wenn da der Löwenzahn blüht – das sieht ganz toll aus.“

Nistkästen voller Leben

Über den Dächern von Elbenberg: An Anni Krals Lieblingsplatz spenden uralte Bäume Schatten. Hier kann man den Sommer genießen.

Der Juli ist vielleicht der schönste Monat hier oben. Der Gemüsegarten, den Tochter Erika betreut, ist eine Pracht. Daneben ist Platz für naturbelassene Streifen, die Anni Krals Ehemann Erich zweimal im Jahr mit der Sense stutzt. Die Kirschen reifen, die alten Apfel- und Birnbäume zeigen schon, wie groß die Ernte im Herbst sein wird. Im Geäst hängen Nistkästen voller Leben. Keine Frage, hier kann man es aushalten. „Am allerschönsten ist es für mich, wenn der Wind weht, wenn die Bäume rauschen“, erzählt die 76-Jährige.

Über Elbenberg, den wohl sonnenverwöhntesten Stadtteil Naumburgs, sagt Anni Kral: „Im ganzen Altkreis gibt es kein so schönes Dorf wie Elbenberg.“ Und am liebsten genießt sie den Blick auf ihren Heimatort von ihrem Plätzchen unter den beiden Eichen.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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