Ohne Genehmigung vor Flüchtlingsunterkunft aufgestellt

Humana-Container: Es gab nie eine Erlaubnis

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Versteckt: Der Container von Humana an der Notunterkunft im Chinapark wurde abgedeckt.

Ziegenhain. Keine Erlaubnis und nicht unbedingt ein guter Zweck: Nicht mehr zugänglich ist inzwischen der Kleidercontainer im Eingangsbereich der Flüchtlingsnotunterkunft im Chinapark in Ziegenhain.

Der kommerzielle Sammelbehälter der Firma Humana hatte für Verwirrung gesorgt.

Spendern war nicht klar gewesen, dass ihre Unterstützung in Form von Kleidung nicht Flüchtlingen zugute kommt, sondern einem rein kommerziellen Zweck dient.

Der Container wurde nun abgedeckt und laut Kreissparkasse, der Grundstückseigentümerin, ist die Firma aufgefordert worden, den Container umgehend abzuholen. Laut Kreissparkasse war der Container dort vor Monaten ohne zu fragen abgestellt worden.

Auch die Stadt Schwalmstadt wurde jetzt aktiv und verschaffte sich gestern vor Ort ein Bild. Entfernen muss die Firma Humana auch die drei Behälter direkt gegenüber dem Chinapark. Denn das Unternehmen platzierte die Container ohne Genehmigung der Stadt auf einer öffentlichen Fläche, bestätigte Sandra Schenk vom Ordnungsamt.

Nur auf Privatgrund

Auch wenn das häufig ignoriert werde: Private Firmen und Organisationen dürfen ihre Container nur auf privaten Grundstücken abstellen.

Scheinbare Wohltätigkeit

Die Firma Humana wirbt mit scheinbarer Wohltätigkeit, sichtbar wird das auch im Logo mit den Weltkugeln, das an karitative Zwecke erinnert, obwohl die Firma nicht gemeinnützig ist.

Der Hauptsitz der Firma Humana Kleidersammlung ist in Hoppegarten (Brandenburg), dort befindet sich auch der Sortierbetrieb. Das Unternehmen verkauft die Kleidung in eigenen Secondhand-Läden. Deutschlandlandweit gibt es 21 Läden, allein zwölf Geschäfte betreibt das Unternehmen in Berlin. Überschüsse werden angeblich vollständig zugunsten von Mensch und Umwelt eingesetzt.

Siegel beachten

Die Verbraucherzentrale Hessen empfiehlt, alte Kleider in Kleiderkammern vor Ort abzugeben, dann kommen die Spenden den Bedürftigen in der Region zugute. Seriöse Sammler erkenne man zum Beispiel auch am Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) in Berlin.

DRK sammelt

Wer für die Flüchtlinge in der Notunterkunft im Chinapark Kleidung spenden möchte, sollte diese direkt bei der Rettungswache des Roten Kreuzes in der Robert-Koch-Straße in Ziegenhain abgeben.

Gesucht wird laut DRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Lau weiterhin insbesondere Männerkleidung in kleinen Größen.

Quelle: HNA

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