Bad Emstal: Telekom und Mastgegner gehen nicht aufeinander zu

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Im Fokus: Der Mobilfunkmast in Sand wurde durch die Bundesnetzagentur abgeschaltet.

Bad Emstal. Zwei Weltbilder prallten am Mittwochabend bei der Veranstaltung im Quellenhof in Sand aufeinander. In der Diskussion um den abgeschalteten D1-Funkturm am Sportplatz  fanden die Signale von Netzbetreiber und Sendemastgegnern nicht zueinander.

Thomas Nasemann und Werner Meyer von der Deutschen Telekom waren aus Frankfurt und Hannover angereist, um die Einwohner der Gemeinde über Mobilfunk zu informieren.

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Doch ähnlich, wie D1-Kunden in Bad Emstal seit Abschaltung des Funkturms am Sportplatz vor einigen Wochen durch die Bundesnetzagentur kein Netz mehr haben, so fanden auch die Signale von Netzbetreiber und Sendemastgegnern nicht zueinander. Die Debatte zwischen ihnen erinnerte ein wenig an den alten Streit zwischen Gelehrten, ob die Erde eine Kugel oder eine Scheibe sei.

Im kleinen Saal der Gaststätte Platz genommen hatten vor allem jene Emstaler, die von Mobilfunk wenig halten oder sich zumindest Sorgen machen, dass die elektromagnetischen Felder krank machen, die vom Sendemast an der Sander Höhe ausgehen. Sie sind der Meinung, die Anlage stehe zu nah am Wohngebiet, gefährde die Gesundheit der Menschen, die dort leben und ihnen werde die Freiheit genommen, sich der Strahlung zu entziehen. Überhaupt vermissten sie eine stärkere Einbeziehung der Bürger in die Entscheidung, wo Funkmasten in Betrieb genommen werden. Immer wieder fragten sie Nasemann und Meyer nach alternativen Standorten.

„Der Sendemast bleibt“

Die Telekom-Vertreter blieben ihrer Linie treu und sagten, dass es in der Gemeinde für sie keinen anderen Punkt geben werde, an dem sie Antennen errichten würden. Dazu gebe es aus wissenschaftlicher und gesetzgeberischer Sicht ja auch gar keine Veranlassung: Die zulässigen Grenzwerte würden nicht nur eingehalten, sondern deutlich unterschritten, die Technik werde sicher betrieben. Würde der Sendemast weiter in die Peripherie verlagert, habe dies zur Folge, dass die Endgeräte der Kunden stärkere Signale aussenden müssten, um die Antennen zu orten.

Bundesnetzagentur prüft

Solange der Widerspruch gegen den Betrieb der Anlage am Sportplatz Bestand hat, bleibt das D1-Netz in Bad Emstal abgeschaltet. Ein Jurist der Telekom, der ebenfalls der Veranstaltung beiwohnte, sagte, die Bundesnetzagentur habe die Anlage vom Netz genommen und prüfe den Sachverhalt.

Das könne bis zu sechs Wochen dauern. Werde der Sendemast wieder in Betrieb genommen, hätten die Mobilfunk-Gegner die Möglichkeit zu klagen. Werner Meyer: „Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, den Standort zu halten.“

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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