Hilde und Ernst Wenner aus Großenenglis feiern heute Eiserne Hochzeit

Eine glückliche Familie

Kennen gelernt haben sie sich auf einem festlichen Ball der Großenengliser Handballer: Hilde und Ernst Wenner bei der Hochzeit am 26. Februar 1949 und fast 65 Jahre später. Fotos: nh

Grossenenglis. Hilde Dieling hätte sich das verbotene Kleid gar nicht anziehen müssen. 1947 lieh sich die damals 18-Jährige für den festlichen Ball der Handballer in Großenenglis unerlaubt ein schickes Dress aus. Es gehörte einer Bekannten der Familie, die das Kostüm während der Nachkriegswirren in Großenenglis gelagert hatte.

In dem Kleid machte Hilde beim Fest mächtig Eindruck auf den Handballer Ernst Wenner. Die beiden kamen zusammen und heirateten am 26. Februar 1949, heute vor 65 Jahren. Und nun, zum Fest der Eiserne Hochzeit, sagt Ernst Wenner: „Ich hätte sie auch ohne das Kleid genommen.“

„Es war eine schöne Zeit.“

Hilde Wenner

Das glaubt man dem 91-Jährigen sofort, wenn man seine Lebensgeschichte kennt, die auch eine Geschichte des 20. Jahrhunderts ist. Er stammt aus dem Sudetenland, landete nach dem Kriegsende zunächst in britischer Gefangenschaft, ehe er in Düsseldorf die Polizeischule besuchte. Über seinen Bruder, von dem manche dachten, er hätte den Krieg nicht überlebt, und dank eines glücklichen Zufalls fand er seine aus der Heimat vertriebenen Eltern in Felsberg wieder.

Von da war es nicht mehr weit nach Großenenglis, wo Ernst Wenner die Liebe seines Lebens fand. Für Hilde gab er die Polizeischule auf und arbeitete in der Braunkohlegrube Altenburg. Nach der Hochzeit lebte das Paar bei ihren Eltern und Geschwistern. Es war keine einfache Zeit für die zehnköpfige Großfamilie, aber „es war eine schöne Zeit“, sagt die 85-jährige Hilde.

Nach der Geburt der Tochter Gitta bauten sie ihr eigenes Haus – genauer gesagt trugen sie ein Haus, das wie das halbe Dorf dem Bergbau zum Opfer fiel, Stein für Stein ab und bauten es am anderen Ortsende wieder auf. Unvorstellbar.

Feier mit Enkeln und Urenkel

Ernst Wenner plante noch mehrere Häuser. Er absolvierte ein Fernstudium als Techniker und war als Bauzeichner tätig, ehe der Hobby-Maler bis zum Ruhestand beim Schaumstoffproduzenten Correcta in Bad Wildungen arbeitete.

Heute feiert das Paar mit zwei Enkeln und einer Urenkelin. Gemeinsam werden sie zurückblicken auf schöne Tage und Schicksalsschläge wie den Tod von Hildes Schwester, die wie ein Zwilling für die Jubilarin war und ein Leben lang Haus an Haus mit ihr lebte. Und vielleicht erzählt Hilde Wenner noch einmal, wie schick sie aussah damals im Kleid auf dem Ball. (mal)

Quelle: HNA

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