Birgit Gronau strickt Kleidung für Frühchen und verschenkt diese an Intensivstation

Für eine handvoll Leben

+
Winziges aus Wolle: Birgitt Gronau mit einer kleinen Mütze in der rechten Hand. In der linken hält sie einen blauen Schuh für normal große Babys und ein Schühchen für Frühchen.

Bad Zwesten. Klack, Klack, Klack erklingt es, wenn Birgitt Gronaus Stricknadeln im gleichförmigen Takt an einander stoßen. Die zweifache Mutter strickt Regenwurmsöckchen, winzige Mützen, Handschuhe und Pucksäckchen für die Frühchen-Intensivstation eines evangelischen Krankenhauses in Düsseldorf.

Handarbeiten sind ihre große Leidenschaft. Ihr erstes Päckchen gefüllt mit Frühchen-Kleidung hat sie im Oktober verschickt. Zuvor hatte die Küchenhilfe sich im Internet verschiedene Krankenhäuser mit Frühchenstation gesucht und angeschrieben: „Das Krankenhaus in Düsseldorf war das einzige, dass sich bei mir gemeldet hat, deshalb habe ich die Kleidung dorthin gespendet“, sagt Gronau. Gemeinsam mit ihrer Mama, Waldtraut Gronau, strickt sie nun fleißig für die nächste Lieferung, die noch vor Weihnachten versendet werden soll.

Die Idee, Kleidung für Frühchen zu stricken, kam ihr, nachdem ihr vierter Enkel geboren wurde – ein Frühchen. Für ihren Enkel begann sie kleine Schühchen aus Wollresten zu stricken. „Ich habe mich im Internet informiert und herausgefunden, dass es wenig und nur sehr teure Kleidung für Frühchen gibt“, sagt sie. Viele Eltern würden daher auf Baby Born Artikel aus dem Spielwarenhandel zurückgreifen.

Um auch finanziell schlechter gestellte Eltern zu unterstützen, habe sie begonnen, Frühchen-Kleidung zu stricken. Dafür verwendet sie ausschließlich Sockenwolle. „Die fusselt und verfilzt nicht und lässt sich gut bei höheren Temperaturen waschen“, sagt Gronau. Fusselfreie Wolle sei sehr wichtig, damit die Atmung der Frühchen nicht beeinträchtigt wird.

Die Resonanz auf ihr ehrenamtliches Engagement ist durchweg positiv. „Ich bekomme häufig Wollreste aus dem Bekanntenkreis zugesteckt“, sagt sie mit einem Lächeln. Birgitt Gronau würde sich freuen, wenn sich andere Strick-Begeisterte finden würden, die sie bei ihrem Projekt unterstützen oder ihr mit Wollspenden unter die Arme greifen würden.

Als nächstes möchte Gronau sich im Stricken kleiner Westen versuchen, um ihr Sortiment zu erweitern. Schon in ihrer Jugend lernte sie von ihrer Oma und ihrer Mutter die verschiedenen Stricktechniken. Die 44-Jährige strickt in jeder freien Minute, ob beim Fernsehn, im Wartezimmer ihres Arztes oder während längerer Autofahrten: „Es ist lustig, wenn ich mit meinem Lebensgefährten im Auto sitze und die verwunderten Blicke der anderen sehe“, sagt Gronau während Sie ihre Nadeln weiter klacken lässt.

Von Alis Shuhaiber

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare