Knappe Mehrheit für den Ankauf von Erdgeschoss des Hauses Marktplatz 15

Eine Investition fürs Herz

Wird gekauft: Das Erdgeschoss des Hauses Marktplatz 15 in Homberg. Archiv-Foto: Yüce

Homberg. Viel Überzeugungsarbeit hatte Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz zu leisten, bis ihm die Stadtverordneten am Donnerstag beim Thema Ankauf des ehemaligen Coop-Marktes folgten. Für 180 000 Euro soll das Erdgeschoss des Gebäudes Marktplatz 15 erworben werden (wir berichteten). Eine Nutzung durch verschiedene Vereine und Organisationen ist denkbar. Die Wohnungen in dem Haus sind vermietet.

Dem Kauf stimmte eine Mehrheit von SPD, Grünen und Teilen der CDU zu. Vor allem die FWG sowie Mitglieder der CDU votierten dagegen. Aus einem Bundesprogramm soll nun eine Förderung beantragt werden.

Der östliche Teil des Marktplatzes drohe zu veröden, als Standort für Einzelhandel habe er an Bedeutung verloren, erklärte Ritz. Eine Nutzung mit modernen Wohnungen könnte dem Einwohnerschwund entgegenwirken. Für eine Entwicklung in der Innenstadt brauche man Immobilien und Flächen, die in der Innenstadt zwangsläufig teurer seien als in Baugebieten. Das Erdgeschoss des Hauses Marktplatz 15 könnten Vhs, Starthilfe, Musikschule, Familienzentrum und Elternschule und der Tageselternverein nutzen. Das sei aber nur eine Option. Folgende Argumente gab es für und gegen den Kauf:

Pro

„In der Altstadt in größerem Maßstab Gewerbe anzusiedeln funktioniert nicht. Wir wollen nicht, dass diese prominente Fläche von Anbietern genutzt wird, die die Altstadt noch weiter runterziehen. Das Herz der Altstadt dürfen wir nicht aufgeben“ (Klaus Bölling, Die Grünen).

„Die Idee, das Gebäude als Dienstleistungszentrum zu nutzen, hat Charme. Der Marktplatz würde wieder lebendiger werden. Der Bürgermeister kämpft mit Leib und Seele für die Idee. Das weckt bei uns Vertrauen.“ (Stefan Gerlach, SPD).

Kontra

„Es sind noch viele Fragen zu klären, wir sollten die Entscheidung vertagen.“ (Joachim Pauli, CDU). Unter anderem fehlten ihm Informationen zur Höhe von Zuschüssen und zu den Folgekosten. Die Idee, die Arbeit der Institutionen zu unterstützen, sei interessant. Es sollte auch überlegt werden, ob nicht andere leer stehende Gebäude genutzt werden könnten.

„Der Kaufpreis ist eine Frechheit. Wir wissen nicht, in welchem Zustand das Gebäude ist und welche Folgekosten auf uns zukommen. “ (Achim Jäger, FWG). Er schätzte, dass die Stadt bis zu 500 000 Euro aufbringen muss. „Wir können nicht jedes Jahr ein Haus kaufen.“ (Holger Jütte, FDP).

„Wir kaufen einen fensterlosen Kasten, in den man erst viel Geld stecken muss.“ (Delf Schnappauf). Sein Antrag, erst zu kaufen, wenn es Zuschüsse gibt, fand keine Mehrheit.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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