Hephata-Kantorin Dorothea Grebe und ihr Mann Achim spielten in der Reihe Musik zum Wochenschluss

Eine Kirche wurde zum Jazzkeller

Perfektes Zusammenspiel : Dorothea und Achim Grebe. Foto: Decker

Treysa. „Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit Klappen und Tasten werden wir heute Abend in den Sonntag geleitet“, eröffnete Maik Dietrich-Gibhardt, Direktor der Hephata-Diakonie, die musikalische Wochenschlussandacht im Hephata Kirchsaal. Zuvor hatten Hephata-Kantorin Dorothea Grebe, Altsaxophon und Orgel, und ihr Ehemann Achim Grebe, Orgel und Klavier, den Abend mit dem Präludium „Rondo“ von Michael Schütz eröffnet.

Das Werk „Urka“ von Francis Laperteaux intonierte das Ehepaar Grebe jazzig leicht und wurde dafür mit dem ersten begeisterten Applaus belohnt. Nach dem „Allegro“ aus der Flötensonate Nr. 2 von Johann Sebastian Bach - für Saxophon bearbeitet - folgte mit dem „Look at the world“ von John Rutter ein geistlicher Popsong, der eine weite, schön geschaffene Landschaft imaginierte. Wer beim anschließenden „Don´t eat sugar“ von Erwin de Ryck die Augen geschlossen hatte, hätte sich auch in einer Jazzkneipe in Marburg oder Berlin wähnen können.

Auch zur Hochzeit gespielt

Das perfekte, sicherlich oft gemeinsam geübte Zusammenspiel des Musikerehepaares zeigte sich bei der „Sérénade Angelique“ von Lewis Robert Hann. Achim Grebe verriet den gut 100 Anwesenden, dass sie das Herz anrührende, ruhige und erklärte Lieblingsstück auch bei ihrer eigenen Hochzeit in der Hospitalskapelle gespielt haben.

Mit vier altenglischen Stücken von John Playford, arrangiert von Nikolaus Newerkla, wurde es wieder schwungvoller. Das virtuos gespielte Altsaxophon hörte sich fast wie ein Chor aus schottischen Dudelsäcken an.

Für „Me so lonely“ von Michael Schütz erklomm Dorothea Grebe die Kanzel und präsentierte dieses gefühlvolle Popstück über dem Kopf ihres Klavier spielenden Ehemannes.

Das Paar beendete sein Programm mit dem Titel „Going Home“ von Mark Knopfler aus dem Film „Local hero“. Auch hier war der Weg im eigenen Kopfkino zu schottischen Landschaften nicht weit. Für die perfekte Darbietung erhielt das Musikerpaar stehenden Applaus vom begeisterten Publikum. Nach einer besinnlichen Zugabe - „Moonrise“ von Michael Schütz - ging der Abend aber dann doch wieder in der Kirche zu Ende.

Diese ungewöhnliche und zugleich stimmungsvolle Musik zum Wochenschluss mit einem Programm von Barock bis zu den Dire Straits macht Lust auf weitere Experimente der neuen Hephata-Kantorin Dorothea Grebe, die sie mit ihrem Ehemann und weiteren musikalischen Gästen präsentieren wird.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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