Agnes und Alfred Wybierek feiern heute das Fest ihrer Eisernen Hochzeit

Eine Liebe wie am ersten Tag

Seit Jahrzehnten ein Paar: Agnes und Alfred Wybierek feiern heute, das Gemälde zeigt ihre Hochzeitskirche. Foto: Decker

Neukirchen. Am heutigen Mittwoch begehen Agnes und Alfred Wybierek aus Neukirchen ihre Eiserne Hochzeit. Die Eheleute stammen aus einem kleinen Dorf, das zu ihrer Kindheit noch Haselgrund hieß. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs heißt der Ort Zernica und gehört zu Polen. „Es war nicht einfach, als unser Dorf plötzlich polnisch wurde“, erzählt der 84-Jährige.

„Wir konnten ja nicht einmal die Sprache sprechen, geschweige denn sie schreiben. Anfangs war es uns sogar verboten, untereinander deutsch zu sprechen“, erinnert sich der Ehemann. Da ihr Heimatdorf klein war, kannten sich Agnes und Alfred schon, seit sie zurückdenken können. Alfred begann mit 16 Jahren in einer zehn Kilometer entfernten Kokerei zu arbeiten und wurde dadurch ein Arbeitskollege von Agnes´ Vater. So sahen sich die jungen Leute immer häufiger und wurden ein Paar. „Mein Mann hatte so schöne Haare“, schwärmt Agnes Wybierek, worauf ihr Mann mit einem Lächeln begegnet: „Wenn ich nicht schön gewesen wäre, hättest du mich nicht genommen. Du hast mich ja ausgesucht.“

Obwohl die Jahre nach dem Krieg nicht leicht waren, betonen beide, dass sie nie Hunger gehabt hätten, da eine Tante eine Landwirtschaft betrieb. „Arm waren wir schon, wir hatten nur ein Zimmer. Aber Alfred hat uns ein kleines Haus gebaut, im dem wir mit unserer Familie gut leben konnten“, berichtet die Ehefrau. 1949 und 1951 wurden ihre beiden Söhne geboren, 1959 kam ihre Tochter zur Welt. Eigentlich wollte die Familie bereits 1977 nach Deutschland übersiedeln, bekam aber keine Genehmigung. Doch mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 wurde der Traum von Deutschland endlich wahr, so dass das Ehepaar am 1. Januar 1990 über die Grenze fuhr.

Den Garten genießen

Heute wohnen sie im Haus des Sohnes. Sie genießen ihren Garten, der fast schon ein kleiner Park ist. Jeden ersten Freitag im Monat bekommen sie Besuch von der katholischen Gemeinde. „Struktur gibt uns, dass wir jeden Tag von halb vier bis vier gemeinsam den Rosenkranz beten“, sagt Agnes Wybierek. Das Geheimnis ihrer glücklichen Ehe beschreibt Alfred Wybierek: „Unsere Liebe ist so, wie sie war, als wir geheiratet haben.“

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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