Eine neue Heimat schaffen

Malerisch: Das Schloss über Spangenberg ist nur eines von vielen Ausflugszielen für Touristen im Mittleren Fuldatal. Foto: privat

Melsungen. Stefan Hesse fühlt sich als Mittlerer Fuldataler. Der Geschäftsführer der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Erlebnisregion Mittleres Fuldatal muss das wohl auch.

Es gebe tatsächlich noch viel zu tun, um für die Menschen in der Region zwischen Guxhagen und Ronshausen identifikationsstiftend zu sein, sagt er.

In vielen anderen Punkten widerspricht Hesse allerdings Martin Gille. Der FWG-Fraktionsvorsitzende hatte den Nutzen der Mitgliedschaften bezweifelt und fordert in einem Antrag in der Melsunger Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch den Austritt.

„In den kommenden Jahren wollen wir den Fulda-Radweg deutlich stärker bewerben.“

Die Erlebnisregion sei Vermittler und nicht Buchungsstelle, stellt Hesse klar. Sie verfüge nicht über Kontingente. Was tatsächlich noch fehle, sei ein Controlling, wie viele Buchungen bei den Mitgliedbetrieben über den Kontakt der TAG zustande gekommen seien. Denn: „Unsere Partner bei den Beherbergungsbetrieben fragen nicht ab, über welches Portal oder welchen Weg der Kunde aufmerksam geworden ist“, sagt Hesse. Es gebe keine Erfassung, da die Gäste nicht behelligt werden sollen.

Jährlich werde die Internetseite von 30 000 Menschen angesurft. Tendenz steigend. Dies habe direkt mit der geschalteten Werbung zu tun.

Das Jahresbudget für Printanzeigen betrage etwa 15 000 Euro. Die Anzeige in der Apothekenumschau habe 2000 Euro gekostet und sei damit die teuerste Einzelmaßnahme gewesen. Die Anzeige enthielt einen Coupon und habe zu mehr als 900 Kataloganfragen geführt. Das Geld war gut investiert, auch wenn sich nicht sagen lasse, ob es Buchungen gegeben habe.

Keinesfalls würde man übrigens alte Kataloge verschicken. Im Gegenteil, jedes Jahr würden 15 000 Euro in eine Überarbeitung und Neuauflage investiert. In der HNA hatte fälschlicherweise gestanden, der Katalog stamme aus dem Jahr 2004. Dabei handelte es sich aber um den Prospekt des Kurhessischen Berglandes.

Der Radtourismus sei eines der drei großen Standbeine in der Region. Die anderen sind Wandern und Wasser-Tourismus.

„In den kommenden Jahren wollen wir den Fulda-Radweg deutlich stärker bewerben. Geplant ist unter anderem eine eigene Homepage, Flyer und Kataloge sowie eine App für Mobiltelefone und Tablets“, berichtet Hesse. Die Federführung habe aber die Grimm-Heimat Nordhessen.

Außerdem wolle er das Innenmarketing verstärken. Das heißt, die Menschen in der Region müssen sich identifizieren können und als Multiplikatoren fungieren. „Vielen Menschen in der Region ist der Begriff Erlebnisregion Mittleres Fuldatal einfach noch nicht so geläufig.“

Der Begriff solle eine Marke werden. „Wir würden uns wünschen, dass Menschen sagen dass das Mittlere Fuldatal ihre Heimat ist. Das ist sicher noch ein weiter Weg, aber wir gehen es mit Elan an“, sagt Hesse.

Von Damai D. Dewert

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Quelle: HNA

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