Wichte

Eine Oase der Ruhe am Rande des Knülls

Die Ortsmitte: Idyllisch liegt der Morschener Ortsteil Wichte im Wichtetal zwischen Steinkopf und Eichelskopf. Fotos: Kamisli

Wichte. „Wichte ist eine Oase der Ruhe“, sagt Ortsvorsteher Dieter Reichel. Kein Verkehrslärm - nur Kinderlachen und ab und zu ein Rasenmäher. Mehr ist an diesem Nachmittag in dem 256 Einwohner zählenden Ortsteil Morschens nicht zu hören. „Es ist ein Ferienparadies“, sagt Reichel.

Doch auf der faulen Haut liegen die Wichter deshalb noch lange nicht. „Wenn es darauf ankommt, packen alle mit an“, sagt Reichel. Gerade haben Anwohner die so genannte Treppenstraße zum Dorfgemeinschaftshaus in Eigenleistung saniert. Die Gemeinde Morschen habe zunächst geplant, den Weg komplett zu erneuern, sagt Dieter Reichel. Die Kosten hätten die Anwohner tragen müssen.

Also habe er die Idee gehabt, nur die Teile des Weges zu erneuern, die von Baumwurzeln zerstört waren und die Anlieger überzeugt. Und so haben Meik Entzeroth, Silvester Wingerter, Waldemar Rogalski und Nils Hasenbein mit einigen anderen den Weg selbst wieder in Ordnung gebracht. Das Material hat die Gemeinde Morschen zur Verfügung gestellt.

In Ordnung bringen müsste man auch den Fußballplatz - das wünscht sich der achtjährige Tom Bartholmai. Der Platz sollte öfter gemäht und die kaputten Netze an den Toren erneuert werden.

Morschens Bürgermeister Herbert Wohlgemuth sagt: „Der Fußballplatz wird nicht häufig nachgefragt, auch weil er abseits liegt.“ Sollte sich das ändern, könne man neu überlegen.

Man trifft viele Kinder auf dem Weg durch den Ort. Allein in den Straßen rund um den Dorfplatz wohnen rund 20 Kinder schätzt der Ortsvorsteher. Zum Beispiel die Schwestern Jenny und Laura Teichrib sowie ihre Cousine Kira Teichrib. Die beiden Schwestern haben außergewöhnliche Haustiere: Perlhühner und Wachteln. Ihr Vater Andre Teichrib erzählt, dass sich die Kinder Haustiere gewünscht haben. „Aber es sollten nützliche Tiere sein“, sagt er.

Andre Teichrib lebt gern in Wichte.Wegen der vielen Kinder, die auf dieser Ecke wohnen, wünscht er sich eine Tempo-30-Zone für die Kreuzung Starweg/ Alte Straße. Auch ein Halteverbot an der Straße Pfarrain fände er sinnvoll. „Wenn dort immer die Autos stehen, dann sieht man nicht, ob da jemand um die Ecke kommt.“ Dieter Reichel sagt, er habe mit dem Ortsbeirat darüber gesprochen, dort ein Schild mit dem Hinweis auf spielende Kinder anzubringen - ohne Erfolg.

Die Wichter haben einen aktiven Heimatverein, einen gemischten Chor, die Freiwillige Feuerwehr und verschiedene Gemeinschaften und Gruppen. Seit fast 20 Jahren gibt es einen Maibaum und ein Heimatmuseum am Dorfplatz. Einen Lebensmittelladen und eine Post gibt es nicht mehr. Die Briefe hat 20 Jahre lang Erna Ellenberger ausgetragen. Sie, ihr Mann und später die Schwiegertochter haben in ihrem Wohnhaus die Postfiliale betrieben, bis diese 1997 geschlossen wurde. „Ich kenn’ in Wichte jede Küche“, sagt die 86-Jährige und lacht.

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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