Pause vom Alltag: Reiner Merkel erholt sich auf der Malsburg

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So weit das Auge reicht: Die Malsburg gibt es nicht mehr, lediglich der Name erinnert an ihre Existenz auf dem Hügel. Reiner Merkel hat das Fleckchen Land ins Herz geschlossen.

Hohenborn. Die Halme der Gräser schaukeln im Wind. Dichter Regen treibt übers Land, Reiner Merkel steht in einem Feld und genießt die Landschaft. Von seinem Heimatort Breuna aus radelt er regelmäßig zur Malsburg.

Die Ruine markiert so ziemlich den nördlichsten Punkt im Naturpark Habichtswald. An ihre mittelalterliche Existenz erinnert heute nicht viel mehr als der Name.

Es ist auch nicht die Geschichte des Ortes, die den Touristik-Manager bei der Region Kassel Land fasziniert. Merkel liebt die Weitsicht, die Gegensätzlichkeit der Landschaft. Vor seinen Augen breitet sich im Nordosten der bergige Reinhardswalds aus, ins Warmetal schmiegen sich die Dörfer Westuffeln und Niedermeiser. Ihre roten Dächer liefern einen wunderbaren Kontrast zum saftigen Grün der Wiesen.

Im Norden reicht der Blick zur Warburger Börde. Sie wird gekrönt vom Desenberg, einem Basaltkegel, wie er so typisch ist für Hessens schroffen Norden. „An klaren Tagen kann man am Horizont das Hermannsdenkmal erkennen“, schwärmt Merkel. Ganz im Westen zeichnen sich die sanften Hügel des Waldecker Landes ab.

Feldlerchen singen

Keine Verkehrsgeräusche, keine Hochspannungsleitungen und auch Straßen deuten sich nur als zarte Lebensadern am Horizont an, auf denen Lastwagen die Größe eines Matchboxautos annehmen.

„Hier oben ist Ruhe“, sagt Merkel. Und die wird bestenfalls unterbrochen vom Lied einer Feldlerche. Auf der Malsburg findet der 56-Jährige, wovon es im Alltag, im Job immer weniger gibt – Stille.

Als Kind war er das erste Mal auf dem Plateau, damals zu Fuß, vermutet Merkel. Die Schönheit des Landstrichs hat er aber erst viel später für sich entdeckt.

Mit den ersten warmen Tagen im Frühling beginnt für ihn die Saison. Dann schnappt er sich sein Fahrrad und besucht gemeinsam mit seiner Frau die Malsburg. Eine halbe Stunde, mehr benötigt er nicht für den Weg von Breuna, der abseits asphaltierter Straßen über Wald- und Wiesenwege führt.

Quelle: HNA

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