Hochwasser: Das Jägerregiment ist zurück aus Magdeburg – Auch Rainer Philipp war dort im Einsatz

Eine riesige Welle der Solidarität

Helmut Remus

Schwarzenborn. Überschwemmte Straßenzüge, veränderte Flusslandschaften und die damit verbundenen Schicksale – nachhaltige Eindrücke bringen die Helfer aus den Hochwassergebieten mit nach Hause. Sie sind einige von vielen Tausenden, die 700 Soldaten des Schwarzenborner Jägerregiments und der Ziegenhainer Rainer Philipp, der mit der Fliegerstaffel der Bundespolizei im Einsatz war.

Der Hochwassereinsatz der Schwarzenborner Einheit in Magdeburg neigt sich dem Ende zu. Seit gestern kehren die Soldaten zurück in den Knüll. Die letzten 200 Männer und Frauen werden Samstagmittag zurück erwartet.

Es sei erschreckend gewesen, eine Großstadt derart unter Wasser stehen zu sehen, sagt Oberst Helmut Remus, Kommandeur des Jägerregiments. Extrem zugespitzt hatte sich die Lage, als am Sonntag ein Umspannwerk, das 30 000 Haushalte mit Strom versorgt, vom Wasser bedroht wurde. Den Schwarzenbornern und vielen weiteren Helfern war es gelungen, das Werk zu sichern.

In unmittelbarer Nähe im Einsatz war auch Rainer Philipp. Mit einem Transporthubschrauber bewahrte die Fuldataler Fliegerstaffel der Bundespolizei die Kollegen in Sachsen-Anhalt vor einem Ausfall des Mobilfunknetzes. Das Digitalfunkzentrum der Polizei drohte, überflutet zu werden. Die Flieger leisteten Maß- und Schwerstarbeit: Mit dem Hubschrauber wurde ein Anhänger samt Pumpe aus der Luft in das Zentrum transportiert. Ein Gewicht von knapp 2300 Kilogramm hing an dem Helikopter.

Aktuell sinken in Magdeburg die Pegelstände der Elbe weiter, sagt Oberst Remus, dennoch ist weiter Katastrophenalarm ausgegeben. Für Mittwoch war schon einmal für einen Teil der Soldaten die Heimreise geplant gewesen, aber 100 Kilometer vor Schwarzenborn sei für die Soldaten die Order zur Umkehr gekommen, da wegen drohender Deichbrüche nördlich von Magdeburg dringend weitere Helfer benötigt wurden. Vom Wasser überflutet seien dort jetzt Ortschaften, die teilweise bis zu neun Kilometern entfernt von der Elbe liegen, berichtet Remus.

Von riesigen Wasserflächen spricht auch der Ziegenhainer Polizeihauptkommissar Rainer Philipp. Teilweise habe er das Gefühl gehabt, auf einem Ostsee-Überwachungsflug unterwegs zu sein, „nur gucken hier Bäume aus dem Wasser“. Wie viele andere Helfer hatte die Fliegerstaffel gehofft, genau das verhindern zu können. Einen ganzen Tag lang sind der Flugtechniker und seine Kollegen bei Fischbeck geflogen, haben Stunde um Stunde riesige Sandsäcke transportiert, um den Deich zu sichern. Die Mühe war vergebens. Der Deich brach. Mit Macht breitete sich das Wasser bis ins Hinterland aus.

Von dramatischen Szenen im Kampf gegen das Hochwasser erzählen die heimkehrenden Helfer, aber auch von einer ungeahnten Welle der Solidarität und Dankbarkeit. Kommandeur Remus: „Es ist unvorstellbar, wie wir Soldaten von der Bevölkerung versorgt wurden.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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