Pomologentagen lockten wieder hunderte Besucher nach Naumburg

Eine Stadt im Apfelrausch

Knallrotes Kunststück: Die Naumburgerin Malerin Anita Loskant mit ihrem Apfel-Bild.

Naumburg. Schön ist er nicht. Rundlich, leicht hochgebaut, ungleichmäßige Form. Das Fruchtfleisch mittelfest bis mürbe, kann er nicht mal durch ein besonderes Aroma punkten. Und doch ist der Spitzrabau Star der 14. Pomologentage.

Apfelexperte Walther Meiß hat ihn am Samstag im Haus des Gastes als „Hessische Lokalsorte des Jahres 2012“ vorgestellt. Selten ist er, was erklärt, warum nur vier Exemplare der kleinen Frucht auf dem Apfelmarkt zu finden sind. Das soll sich ändern. 2008 wiederentdeckt, sind längst Edelreiser der historischen Sorte geschnitten und junge Obstbäume herangezogen worden.

Zwischen den rund 200 ausgestellten Apfelsorten aber wird er wohl auch künftig nicht herausstechen, selbst dann nicht, wenn er in höherer Zahl vertreten ist. Dafür fehlt es ihm einfach an optischer Pracht, durch die andere seiner Art die Besucher faszinieren. Sie heißen Cox Orange, Roter Herbstkalvill oder Prinzenapfel, betören durch ihren süßlich-herben Duft und oft märchenhaftes Aussehen. So auch der tiefrote Adamsapfel.

Ja, es gibt ihn tatsächlich. Das knallrote Stück Obst strahlt beim Apfelmarkt nicht nur im Ausstellungskörbchen, sondern auch auf einem Gemälde der Naumburger Künstlerin Anita Loskant. Sie macht die knackige Frucht zum Kunstobjekt. Eine echte Herausforderung für die gebürtige Kroatin, die sich eigentlich der abstrakten Malerei verschrieben hat.

Loskant präsentiert ihre ganz eigene Sicht auf die Paradiesfrucht, die für Naumburg eine so wertvolle Bedeutung bekommen hat. „Neben dem Karneval haben sich die Pomolegentage zur publikumswirksamsten Veranstaltung unserer Stadt gemausert“, sagt Bürgermeister Stefan Hable.

Klein, aber oho, lockt der Apfel auch diesmal wieder Hunderte von Besuchern an. Ob in Blumengestecken, als Basis prickelnden Schaumweins, als Dekoelement oder einfach als vitaminreicher Snack – die Vielseitigkeit überzeugt.

Groß und Klein schauen zu, wie am Saftmobil die gesunde Erfrischung gepresst wird, die Apfeldoktoren der hessischen Gartenakademie anhand mitgebrachter Pflanzenproben Schädlinge und Krankheiten bestimmen oder Jürgen H. Krenzer von der Rhöner Apfelscheune apfelfrisch referiert und gleichzeitig kocht.

Reichlich Tipps gibt es da für leckere Rezepte rund um den Apfel, die künftig sicher auch die ein oder andere Küche im Wolfhager Land bereichern werden.

Und kommt der Apfel in den Topf, muss er ja auch nicht unbedingt schön sein. Selbst der Spitzrabau nicht.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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