Zeitreisen, Tanz und Köstlichkeiten: Das Entdecker-Wochenende hatte einiges zu bieten

Eine Stadt und ihre Geheimnisse

Treffsichere Bogenschützen vor der Stadtkirche: Paul Huck (li., Moya Firgens (Mitte) und Michael Stiller. Fotos: Triesch

Wolfhagen. Vielleicht lag es an den hochsommerlichen Temperaturen, dass trotz des vielfältigen Programms nur wenige Besucher am Samstag den Weg in die Wolfhager Innenstadt fanden.

Dabei hätte sich beim Entdecker-Wochenende die Möglichkeit geboten, viele Geheimnisse Wolfhagens zu lüften. Die Veranstalter ließen sich jedoch von dem zunächst ausbleibenden Ansturm nicht entmutigen.

Unter dem Motto „Geheimnisvolles Wolfhagen“ lockten der Burgkeller, der Rittersaal und das Regionalmuseum zu einer Zeitreise in die alten Gemäuer. Der prachtvoll geschmückte Rittersaal wurde nur von den beiden mittelalterlich gewandeten Burgdamen Silvana Sälzer und Anita Maßmann an Glanz übertroffen. Mit Informationen über die Geschichte der Burg führten sie Gäste durch die Anlage.

Auch über den Burgkeller gab es Spannendes aus den verschiedenen Epochen seiner Nutzung zu erfahren. „Der Keller und die dazu gehörige Anlage haben möglicherweise schon vor der Stadtgründung Wolfhagens bestanden“, sagt Horst Röhling vom Heimat- und Geschichtsverein. „Jedenfalls wurde er seit dem 19. Jahrhundert als Obst- und Lagerkeller verwendet und ab 1941 zum Luftschutzraum ausgebaut.“ So kann sich Hermann Finke aus Wolfhagen noch gut daran erinnern, wie er als Kind während des Zweiten Weltkrieges im Keller Unterschlupf fand.

Auch der Wolfhager Autor Bernd Klinkhardt weiß einiges über die Geschichte der Burganlage zu berichten. Im Zeughaus erläutert er anhand eines maßstabsgetreuen Modells von Wolfhagen dessen städtebaulichen Besonderheiten.

Historische Buchpresse

Ein paar Meter weiter wurde in der Stadtkirche Geschichte zum Anfassen geboten. Die Besucher konnten unter Anleitung von Kerstin Nordmeier den Buchdruck wie zu Zeiten Johannes Gutenbergs auf einer historischen Druckerpresse selbst anwenden. Sämtliche Schritte wurden erläutert und man durfte sich das Ergebnis der Arbeit als Andenken mitnehmen. Weniger „fortschrittlich“ ging es an der Nachbarstation zu, wo sich die Gäste mit Schreibfedern in Kalligraphie und Schönschrift üben konnten.

Vor der Stadtkirche ließen sich Klein und Groß zu Bogenschützen ausbilden, mit gepolsterten Pfeilen schossen sie auf hölzerne Ritter. Nebenbei stellten sich alte Handwerksberufe, wie der Schmied und der Seiler vor. Auf dem Kirchplatz wurde ein großer Buchflohmarkt veranstaltet.

Für die Cineasten war ebenfalls gesorgt: So eröffnete das Museum für Film und Videotechnik im Kulturladen. Zu bestaunen gibt es neben zahlreichen Exponaten, den noch funktionstüchtigen Filmprojektor des Wolfhager Kinos, der dort von 1949 an im Einsatz war und erst im Jahre 2011 von digitaler Technik abgelöst wurde.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare