Ausschuss will Zielvorgaben für die Entwicklung Melsungens erarbeiten

Eine Stadt sucht ihre Chancen

Melsungen. Wird Melsungen künftig eine Stadt voller Leben sein, die sich auf die Bedürfnisse der Menschen einstellt, die wirtschaftlich floriert und die auch in Zeiten des demographischen Wandel bestehen kann? Mit solchen und ähnlichen Fragen zur Stadtentwicklung wollen sich Melsungens Politiker künftig beschäftigen.

Dieser Schwerpunkt war dem Melsunger Parlament sogar so wichtig, dass dafür nun ein eigenes Gremium gebildet wurde. Bei der konstituierenden Sitzung am Mittwoch wurde Dr. h.c. Ludwig Georg Braun mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden des Ausschusses gewählt.

Einigkeit bestand über die weitere Vorgehensweise. In einer Klausurtagung Mitte August soll sehr intensiv über die Zielvorgaben für die Stadtentwicklung diskutiert werden.

Eine klare Ausrichtung sei nötig, die Entwicklung könne nicht in unterschiedliche Richtungen verlaufen, betonte Braun. Auch Geld werde man in die Hand nehmen müssen.

„Wir müssen alles versuchen, dass wir nicht abgehängt werden.“

Braun beschrieb einige Aspekte, die er für die weitere Ausschussarbeit von Bedeutung hält. Es gebe Städte, wie beispielsweise Freiburg, die mit einer positiven Bilanz aus der demographischen Entwicklung hervorgingen, weil sie geprägt seien von Studenten und jungen Menschen. Die Nähe zu Kassel könnte vor diesem Hintergrund für Melsungen eine Chance bieten.

Woran es liege, dass sich Firmen-Mitarbeiter doch lieber in Kassel ansiedelten als in Melsungen, sollte analysiert werden, meinte Braun. Dabei biete die Stadt bereits hervorragende Bedingungen, damit beide Elternteile berufstätig sein könnten. Braun: „Wir müssen alles versuchen, dass wir nicht abgehängt werden.“

Wohnen für Ältere

Eine vitale Innenstadt spreche junge Leute an, sie sollte aber auch Wohnmöglichkeiten bieten für ältere Menschen, die sich weiter selbst versorgen wollten. Mit dem Einzelhandel sollte über Angebote und Dienstleistungen gesprochen werden, regte der Ausschuss-Vorsitzende an.

Einzelne Grundstücke und Immobilien in Melsungen seien möglicherweise zu klein, als dass sie für Investoren interessant sein könnten. Für größere Flächen gebe es aber wahrscheinlich Interessenten. Er hoffe, dass sich auch die Eigentümer mitziehen, sonst könne dem Verfall nicht Einhalt geboten werden. Ein weiterer Vorschlag: Melsungen habe viele schöne Innenhöfe, die begrünt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnten.

Solche Vorschläge fänden sich auch in einem Antrag wieder, den die FWG gestellt hatte, erklärte Martin Gille, der Sprecher der Freien Wähler. Unter anderem hatte die FWG auch gefordert, eine Stadt- und Dorfsanierungs-GmbH zu gründen und sie mit einem Startkapital von 1 Million Euro auszustatten.

Mehr Geld nötig

In den grundsätzlichen Zielen sei man sich offenbar einig, nicht aber in der Konsequenz, dass eine solche Gesellschaft gegründet werden sollte, erklärte Volker Wagner (SPD). Es gebe bereits einen Fonds für Sanierungsprojekte, der aber mit mehr Geld ausgestattet werden müsste.

Quelle: HNA

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