Eine subtile Geschäftsidee - Strafverfahren wird für 2000 Euro eingestellt

Schwalm-Eder. Ein 51-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis stand wegen des Verdachts des Betruges vor dem Amtsgericht Fritzlar. Die wird das Strafverfahren einstellen, wenn der Angeklagte innerhalb von sechs Monaten 2000 Euro an den Geschädigten zahlt.

Zuvor warf die Staatsanwältin dem Angeklagten vor, dass er im September 2006 einem damals 26 Jahre alten Mann falsche Tatsachen vorgespiegelt habe, als er ihm versprach einen Gesellschaftsanteil von zehn Prozent an eine in der Türkei noch zu gründende Firma abzutreten. Dafür habe er 10 000 Euro von dem Mann erhalten.

Das Geld soll der Angeklagte nicht bestimmungsgemäß verwendet, sondern für eigene Zwecke verbraucht haben. Auf Fragen der Richterin kam schließlich heraus, dass der Angeklagte 2006 mit vier Beteiligten eine Firma für den Verkauf von Heißdampfgeräten in der Türkei gründen wollte. Dazu wurde ein Gesellschaftsvertrag abgeschlossen und jeder der Beteiligten sollte einen Anteil von 20 000 Euro einbringen.

Der Angeklagte sagte, dass er damals das Geld nicht aufbringen konnte. Er habe beabsichtigt, seinen Anteil aus den Provisionen der verkauften Waren zu zahlen. Dann sei ihm die Idee gekommen, den Geschädigten an dem Geschäft zu beteiligen. Man habe vereinbart, dass der damals 26-Jährige die Hälfte des Anteils, also 10 000 Euro, an ihn bezahlt. Dafür sollte der Geschädigte die Hälfte aller Gewinne bekommen.

Als Geschäftspartner flogen sie in die Türkei. Keiner dachte daran, dass das Geschäft schief gehen könnte, sagte der Verteidiger. Das Geschäft mit den Geräten sollen letztlich andere gemacht haben. Provisionen seien nie an ihn geflossen, versicherte der Angeklagte. Auch seinen Geschäftsanteil von 20 000 Euro habe er nicht bezahlt. Als dem Geschädigten klar wurde, dass aus dem Geschäft nichts wird und auch seine 10 000 Euro verloren waren, erstattete er 2010 Anzeige.

Ob er nicht mal mit dem Angeklagten darüber gesprochen habe, fragte die Staatsanwältin. Sie hätten ihn erleben müssen, er hatte eine erdrückende Präsenz, lautete die Antwort. Die Richterin empfahl die Forderungen zivilrechtlich durchzusetzen. (zam)

Quelle: HNA

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