Fozyatou N’Toman ist möglicherweise die erste afrikanische Feuerwehrfrau Hessens

Eine Togolesin löscht mit

Von Kindesbeinen an ein Faible für die Feuerwehr: Fozyatou N’Toman hat ihren Grundlehrgang beendet und ist Mitglied der Binsförther Einsatzabteilung. Als dunkelhäutige Frau in der Wehr dürfte sie in Hessen einmalig sein. Foto:  Müller-Neumann

Binsförth. Fozyatou N’Toman ist nicht nur in Binsförth  die einzige dunkelhäutige Feuerwehrfrau, sondern vielleicht in ganz Hessen. Zumindest kennt man in der Geschäftsstelle des Landesfeuerwehrverbandes keine andere außer der jungen Binsförtherin. „Allerdings heißt das nicht, dass es sonst niemanden gibt“, sagt Landesfrauensprecherin Karin Plehnert-Helmke aus Melsungen.

Aber egal, ob es irgendwo in Hessen noch eine junge afrikanische Frau in der Feuerwehr gibt oder nicht. Für die Binsförther ist sie einmalig. Und eine Bereicherung, denn zusammen mit der stellvertretenden Binsförther Jugendfeuerwehrwartin Isabel Schlein (19) hat sie gerade den Grundlehrgang in Melsungen erfolgreich abgeschlossen. „Beide junge Frauen sind bereits für weiterführende Lehrgänge angemeldet“, freut sich Wehrführer Oliver Claus über die beiden. Sie sind zwei von vier Frauen in der Binsförther Wehr – von 24 Mitgliedern in der Einsatzabteilung insgesamt.

Claus ist nicht nur Fozyatous Chef in Sachen Feuerwehr, sondern auch ihr Stiefvater und der der zwei Jahre jüngeren Schwester Sefau sowie der Halbschwester Maryem. 2005 haben Fozyatous Mutter und Oliver Claus geheiratet und sind 2008 von Altmorschen nach Binsförth gezogen.

Dort entdeckte die gebürtige Togolesin, die als Einjährige mit den Eltern nach Frankenberg kam, ihr Herz wieder für die Feuerwehr. In dem kleinen Dorf Frankenberg-Birkenbringhausen, wo nicht allzu viel los war, war sie schon zusammen mit anderen Mädchen in die Jugendfeuerwehr eingetreten. Klar, dass sie nach dem Umzug nach Binsförth wieder in der Jugendfeuerwehr mitmischte und in den vergangenen Jahren sogar Jugendsprecherin war.

Die sportliche junge Frau mit togolesischer Staatsangehörigkeit spielt in Binsförth auch Fußball. In Melsungen besucht sie die 11. Klasse des Oberstufengymnasiums.

Ihr Geburtsland kennt sie nicht. Der Vater verließ die Familie, als Fozy (so ihr Spitzname, ausgesprochen Fossi), drei Jahre alt war. „Wenn es sich machen lässt, wollen wir alle einmal ins westafrikanische Togo fliegen“, sagt Oliver Claus.

Quelle: HNA

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