Alle Spieler aus dem Dorf

Ungedänker Allerlai(en) begeisterten im zweiten Jahr

Ungedänker Allerlai(en) begeisterten im zweiten Jahr.

Ungedanken. Jürgen Hannig ist Busfahrer und wohnt im Fritzlarer Stadtteil Ungedanken. Der 50-Jährige, Vater von zwei Kindern, fühlte sich lange nicht als Schauspieler. „Anni Weber hat lange gebraucht, um mich zu überzeugen“, sagte er.

Aber sie schaffte es. Jürgen Hannig spielte in der Komödie „Ein Tratschweib wird aufs Kreuz gelegt“ einen Polizisten und nahm sogar eine Woche Urlaub. Alle Aufführungen der Ungedänker Allerlai(en) – so ihr Name – waren schließlich ausverkauft und begeisterten das Publikum.

Erst im vergangenen Jahr war die Theatergruppe anlässlich der 800-Jahrfeier ins Leben gerufen worden. Sie hatte mit ihrem ersten Stück so viel Begeisterung geweckt, dass beschlossen wurde, jedes Jahr ein Stück aufzuführen.

Anni Weber ist die Initiatorin der Theatergruppe. Sie ging in Gedanken die Ungedankener Straßen durch: Wer könnte wohl mitspielen? Dann schellte sie an den Haustüren und versuchte die Dorfbewohner fürs Theaterspielen zu begeistern.

„Bei einigen musste ich große Überzeugungsarbeit für das Mitspielen leisten“, sagt sie heute. Aber sie hatte Erfolg. Zwischen 27 und 62 Jahren sind die Akteure alt und kommen aus unterschiedlichen Berufsgruppen: eine Krankenschwester, Verwaltungsangestellte, eine Rentnerin, ein Lehrer und eben ein Busfahrer machen mit.

Schon zum zweiten Mal dabei ist Sonja Dörrbecker (39), VW-Angestellte und Mutter von zwei Söhnen. „Es ist toll für die Dorfgemeinschaft, man hat Leute kennen gelernt, die man nur vom Grüßen auf der Straße her kannte“, sagt sie und freut sich auf das wöchentliche Zusammentreffen.

Als neue Herausforderung versteht Walter Müller (Lehrer, 57) das Theaterspielen. nach dem Erfolg des Stücks „Tumult im Pfarrhaus“ im vergangenen Jahr habe er sich gefreut, dass er wieder mitspielen könne. Auch seien neue Bekanntschaften durch das Theater entstanden.

Monika Seipel (61), ehemalige Bürgermeistersekretär und jetzt Rentnerin, ist mit Leib und Seele Schauspielerin. Sie spielte in diesem Jahr eine Hauptrolle als Tratschweib Paula Schreiner. Warum sie so begeistert mitspielt? „Wer drei Bürgermeister unbeschadet überlebt hat, der muss schon eine gute Schauspielerin sein“, antwortete sie schelmisch.

Schon als Student spielte Andreas Zeiger (41, selbständig) Theater. Er kam 1991 von Thüringen nach Ungedanken und kaufte damals ein Haus. „Durch mein Theaterspielen habe ich viele neue Kontakte knüpfen können“, sagt er.

Kontakt: Anni Weber, Tel. 05622/6344.

Quelle: HNA

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