Schüler der Wilhelm-Filchner-Schule begeisterten mit antikem Ödipus

Eine Tragödie mit Humor

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Therapiestunde: König Ödipus klagt sein Leid. Schüler der Wilhelm-Filchner-Schule zeigten das antike Drama in einer modernen Fassung.

Wolfhagen. Vatermord. Inzest. Verrat einer Freundschaft – Stoffe einer brisanten Geschichte. Und genau darum geht es im antiken Drama König Ödipus vom griechischen Dichter Sophokles.

Oberstufenschüler der Wilhelm-Filchner-Schule des Kurses Darstellendes Spiel präsentierten die Geschichte mit Witz und Humor als Mischung aus Tragödie und Komödie. Als Vorlage für ihren König Ödipus, der unwissend seinen eigenen Vater tötete und dafür später als Belohnung, weil er Theben von der Sphinx befreite, Laios Witwe Iokaste, also seine eigene Mutter als Ehefrau erhält, hatten sie sich beim Musikkabarettisten Bodo Wartke bedient.

Während Wartke in seinem Stück aber alle 14 Hauptrollen als Solointerpret spielt und damit großartige Erfolge feiert, präsentierten die Laienschauspieler aber über 20 handelnde Personen auf der Bühne. Die hangelnden sich zwar am textlichen Ödipus-Fundament von Szene zu Szene, versetzten in Wartke-Manier aber ihr Spiel und die Handlung in die sprachliche Jetzt-Zeit. Sie spielten überspitzt, persifliert, humorvoll, manchmal auch zynisch und sarkastisch. Optisch und akustisch waren sie immer hart an der Wahrheit der im pulsierenden Leben stehenden skurrilen Charaktere.

Unterm Strich präsentierten die Schüler unter Gesamtleitung ihrer Lehrerin Angelika Scharfe eine großartige Adaption der antiken Tragödie, für die es in allen drei Aufführungen immer wieder aus dem Publikum Beifall auf offener Szene gab. Mit ein Grund dafür war, dass die Zuschauer des Theaterstücks beim Auftritt des Priesters selbst als Darsteller mit in das Geschehen eingebunden wurden. (zih)

Bilder der Aufführung

Theater der Wilhelm-Filchner-Schule Wolfhagen: "Ödipus"

Quelle: HNA

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