„Eine untragbare Situation“

Edermünder spendet seit 13 Jahren Geld für die Kasseler Tafel

Detlef Siewert aus Edermünde: Er spendet seit 13 Jahren für die Kasseler Tafel. Siewert ist Maschinenbauingenieur und zog vor 30 Jahren nach Edermünde. Er war bei mehreren Unternehmen beschäftigt, bevor er sich 1997 selbständig machte und die Detlef-Siewert-Qualitätsmanagementberatung gründete. Foto: Eberlein

Edermünde. Regelmäßig fährt Detlev Siewert auf dem Weg zur Arbeit an der Kasseler Tafel vorbei. Schlangen von Menschen, die immer wieder vor der Tür anstehen, ließen ihm keine Ruhe.

Er wollte etwas für sie tun. Deshalb spendet der selbstständige Ingenieur und Qualitätsmanager aus Edermünde seit 13 Jahren an die Einrichtung Geld. Immer 333 Euro, insgesamt bisher knapp 4000 Euro.

Über die Versorgung mit Nahrungsmitteln müssten sich die meisten Menschen in unserem Land keine Sorgen machen. „Was wir brauchen, kaufen wir beim Discounter, beim Lebensmittelgeschäft, auf dem Markt, im Bioladen oder direkt beim Bauern“, sagt Siewert.

Was ist aber, wenn man nicht einmal den kleinsten Preis bezahlen kann, weil das Geld, das einem monatlich zur Verfügung steht, nicht reicht, um sich mit dem Notwendigsten zu versorgen? Als entwürdigend für jene, die auf die Hilfe der Tafel angewiesen sind, empfand Siewert das Bild, das sich ihm nicht selten am frühen Morgen auf seinem Weg durch die Stadt bot.

Im Jahr 2002 begann Detlef Siewert zu spenden, seit fünf Jahren immer den gleichen Betrag: 333 Euro, eine symbolische Zahl, wie Siewert erklärt, denn es sind drei Anliegen, die ihn motivieren:

• Ganz oben steht der Versuch, die untragbare Situation einiger Menschen, von ihrem Einkommen nicht alle Mahlzeiten alleine bestreiten zu können, zu mildern.

• Außerdem möchte er mit der Spende die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer würdigen, die für die Beschaffung und Verteilung der Lebensmittel bei der Tafel zuständig sind.

• Zuletzt geht es ihm darum, die Infrastruktur der Räumlichkeiten, in denen die Bedürftigen die Waren bekommen, zu verbessern.

Auf der Internetseite des Bundesverbandes Deutsche Tafel wird die Summe der Menschen, die die Tafel regelmäßig nutzen, mit 1,5 Millionen angegeben. Rund 3300 Bedürftige seien es in Kassel, weiß Detlef Siewert. Die Drei stehe damit auch als Aufruf dafür mitzuhelfen, diese hohe Zahl zu reduzieren.

Insgesamt spendete das Büro für Qualitätsmanagementberatung bisher knapp 4000 Euro an die Tafel in Kassel. „Es geht mir keinesfalls darum zu zeigen, dass ich Geld gespendet habe“, sagte Detlef Siewert. Ihm sei es wichtig zu wissen, dass er mit seiner Spende hilft, die Situation der Menschen, denen es nicht so gut geht wie ihm, zu verbessern.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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