Modell des Weidelsberges ab sofort Ausstellungsstück im Naturparkzentrum

Wald-Zeitreise durch drei Jahrhunderte: Förster Heinz-Jürgen Schmoll (von links), Forstamtsleiter Uwe Zindel sowie Annika Hartmann, Jürgen Depenbrok und Uwe Hartmann vom Naturparkzentrum freuen sich über die gemeinsame Ausstellung auf dem Hohen Dörnberg. Foto: Hoffmann

Zierenberg. Rehe stehen zwischen prächtig-grünen Bäumen, ein Mischwald wie aus dem Märchenbuch liegt zu Füßen der Weidelsburg. Auf der anderen Seite bietet sich ein ganz anderes Bild: Karge Flächen, von Menschen ausgeräumte Wälder, erschreckende Tristess.

„Vielen ist nicht bewusst, dass unsere Wälder eine lange Zeit des Darbens hinter sich haben und einst längst nicht so üppig aussahen wie heute“, sagt Uwe Zindel, Leiter des Wolfhager Forstamtes. Beide Seiten zeige das von Adolf Wacker aus Ippinghausen gebaute Modell des Weidelsberges samt Burg, das schon auf dem Hessentag in Kassel naturinteressierten Besuchern eine Wald-Zeitreise durch die vergangenen drei Jahrhunderte ermöglicht hat und nun als zentrales Ausstellungselement im Naturparkzentrum Habichtswald zu bewundern ist.

In diesem Jahr jährt sich die Prägung des Begriffs der Nachhaltigkeit durch den sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz zum 300. Mal. Sein Werk gilt als eine der ersten Abhandlungen über eine nachhaltige Waldbewirtschaftung in Deutschland und damit als Ausgangspunkt der Entwicklung einer auf forstwissenschaftlichen Grundlagen basierenden Forstwirtschaft. Grund genug für Hessen-Forst und den Zweckverband Naturpark Habichtswald, dieses Thema erneut aufzugreifen und den Besuchern des Naturparkzentrums näher zu bringen.

„Es ist an der Zeit, dass es etwas Neues bei uns zu sehen gibt“, sagt Annika Hartmann, Leiterin des Naturparkzentrums. „Das Modell bietet sich einfach an, denn die Weidelsburg als größte Burgruine im nordhessischen Raum ist ein Highlight im Naturpark.“ Das Model zeigt sehr anschaulich, wie sich die Waldnutzung im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Durch Holzeinschlag, Haus-Vieh im Wald, Streunutzung und andere menschliche Aktivitäten seien die Waldbestände stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Erst vor 300 Jahren kam es zu einem Umdenken und man erkannte, dass für eine nachhaltige Nutzung nicht mehr Wald abgeholzt werden darf, als nachwachsen kann.

Service:

Die Ausstellung kann täglich von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr im Naturparkzentrum Habichtswald besichtigt werden.

Ab November gelten die Winter-Öffnungszeiten: dienstags bis freitage von 12 bis 16 Uhr, samstags und sonntags 10 bis 16 Uhr.

Sonderöffnungszeiten sind auf Anfrage ebenfalls möglich, Telefon: 05606/533266 (zhf)

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare