Termine können im Internet gebucht werden

Mit einem Klick zum Arzt: Doktor aus Wabern bietet Video-Sprechstunde an

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Er bietet jetzt auch Video-Sprechstunden an: Dr. Philipp Klapsing aus Wabern. 

Wabern. Wer zu Dr. Philipp Klapsing in die Sprechstunde möchte, muss nicht mehr in seine Praxis nach Wabern kommen. Das geht jetzt bequem vom Sofa aus

Alles, was man dafür braucht, ist ein Computer, eine Internetverbindung, Kopfhörer und Videokamera. Auch übers Smartphone oder Tablet-PC kann man Kontakt mit dem Mediziner aufnehmen. Die neue Videosprechstunde macht es möglich. 

Für Dr. Philipp Klapsing ist das erst der Anfang. „Die Videosprechstunde ist nur ein Baustein der Telemedizin“, sagt Klapsing. Ein weiterer sollen die „Verahs“ sein. Die Abkürzung steht für Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis. Dabei handelt es sich um speziell ausgebildete medizinische Fachangestellte, die durch eine Zusatzausbildung – angeleitet vom Arzt – Hausbesuche übernehmen.

Eine Mitarbeiterin der Praxis Klapsing absolviert derzeit die Ausbildung zur „Tele-Verah“. Sie könnte bereits im nächsten Jahr Hausbesuche machen. Für den Mediziner wäre das eine große Zeitersparnis. „Wir haben beispielsweise Patienten in Rockshausen. Wenn ich dort einen Hausbesuch mache, sind schon 20 Minuten für die Fahrtzeit weg“, erklärt der 42-Jährige. In diesen 20 Minuten müsste er dann nicht im Auto sitzen, sondern könnte in der Praxis Patienten versorgen. 

Klapsing geht davon aus, dass in den nächsten Jahren die Zahl der Hausbesuche steigen wird. „Wir haben im Schwalm-Eder-Kreis eine stark alternde Bevölkerung. Viele können nicht mehr in die Praxis kommen. Das ist das Argument Nummer eins für die Telemedizin.“ 

So funktioniert die Arbeit einer Tele-Verah

Die Tele-Verah ist mit einem Rucksack ausgestattet, der unter anderem ein EKG, ein Blutdruck- und Blutzuckermessgerät, einen Pulsoximeter, einen Spirometer und einen Tablet-PC enthält. Sie übermittelt dann über eine gesicherte Leitung die erfassten Daten in die Praxis. Bei Bedarf schaltet sie den Hausarzt per Videokonferenz zu. „Die Therapie bleibt unter ärztlicher Leitung“, stellt Klapsing klar. 

Auch der Deutsche Hausärzteverband wird auf seiner Internetseite für das neue Berufsbild. Die Vorteile:

• Der Hausarzt wird vom Praxisteam inner- und außerhalb der Praxis unterstützt und entlastet.

• Der Patient wird vom vertrauten Praxispersonal betreut und versorgt, das oft schon über Jahre seine Kranken- und Lebensgeschichte kennt.

• Die Berufszufriedenheit der Medizinischen Fachangestellten wird gesteigert.

• Die Hausarztpraxis als zentraler Ort der Versorgung wird gestärkt.

Klapsing geht davon aus, dass sich die Telemedizin weiter entwickeln wird. „Wofür sie geeignet ist, wird sich herausstellen“. 

Dr. Philipp Klapsing (42) ist in Göttingen geboren und in Wabern aufgewachsen. Nach seinem Abitur an der König-Heinrich-Schule in Fritzlar hat er in Göttingen und Heidelberg Medizin studiert. Er arbeite zwei Jahre lang als Arzt in Australien und absolvierte in Hamburg und Göttingen seine Facharztausbildung für Anästhesie. Seit April ist er in der Praxis in Wabern angestellt. Klapsing absolviert derzeit eine Weiterbildung in Allgemeinmedizin und ist Leitender Notarzt im Schwalm-Eder-Kreis. In seiner Freizeit ist er als Stand-up-Paddler und Windsurfer auf dem Singliser See unterwegs. Der 42-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Quelle: HNA

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