Vollstationäre Pflegestation mit 100 Betten wird wohl nicht in Niedenstein gebaut

Von einem Traum, der platzte

Alles beim Alten: Der Ausbau der Altenwohnanlage stockt seit nunmehr fünf Jahren. Foto: Dewert

Niedenstein. Der Traum einer vollstationären Pflegestation mit bis zu 60 Arbeitsplätzen ist wohl endgültig geplatzt. Seit nunmehr fünf Jahren vertröstet der Investor, die Summit Healthcare Management Partners GmbH, die Stadt Niedenstein.

An dem ehemaligen Altenwohnheim an der Friedensstraße sollte eine vollstationäre Pflegestation mit bis zu 100 Plätzen, eine Cafeteria, Läden und Praxen gebaut werden. Summit-Partners hatte das Wohnheim mit 24 Wohnungen im Jahr 2007 für 450 000 Euro vom Kreis erworben. Die Stadt hat am Standort Baurecht geschaffen. Das Deutsche Rote Kreuz hatte die Anlage seit 1963 betrieben.

Mittlerweile stehen etwa 40 Prozent der Wohnungen leer, sagt Bürgermeister Werner Lange. Der Eigentümer wolle die Sanitäranlagen strangweise erneuern – daher der Leerstand, hieß es von Summit gegenüber der Stadt.

Problematisch sei die Finanzierung geworden, weil die Banken keine Pflegestation mit 100 Betten finanzieren wollten, weiß Lange.

Eine kleinere Lösung sei für den Investor wohl nicht attraktiv genug. Ein Ausbau mit Eigenkapital sei offenbar auch nicht geplant. Die Zusammenarbeit mit Summit müsse wohl als großes Missverständnis gewertet werden. Auf einen Brief der Stadt vom November antwortete das Unternehmen erst kürzlich, telefonischer Kontakt mit dem Geschäftsführer sei ebenfalls nicht einfach.

Summit nicht Höchstbieter

Udo Schulz war für einen Kommentar nicht zu erreichen. Vor fünf Jahren war sich der Landkreis sicher, den richtigen Partner gefunden zu haben. Jens Becker, Fachbereichsleiter Gebäudewirtschaft beim Kreis, sagte damals, dass man mit Summit-Partners die richtige Wahl getroffen habe – auch wenn Summit nicht der Höchstbietende für das Objekt gewesen war. Es sei nicht nur die Zukunft der Bewohner gesichert, sondern der Standort werde deutlich aufgewertet.

Bis heute ist dieser Fall nicht eingetreten. „Wir haben Summit vorgeschlagen, das bestehende Altenwohnheim in ein Pflegeheim umzubauen“, sagt Lange. Man müsse abwarten, wie sich der Projektentwickler äußere.

Laut Internetseite des Unternehmens betreut Summit mehr als 30 Projekte. Immer wieder gab es negative Berichte in den Medien über das Geschäftsgebaren und die Mitarbeiterführung.

Schulz hatte 2009 unserer Zeitung gesagt, dass sich die Klagen nicht gegen ihn, sondern gegen Betreibergesellschaften richten oder haltlos seien. KOMMENTAR

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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