Oberst Lothar Kraß ging nach über 40 Jahren bei der Bundeswehr in den Ruhestand

Einer, der sich einsetzt

Erinnerungen: Die Uniform hat Oberst Lothar Kraß abgelegt. Das Hubschrauber-Modell erinnert ihn an seine Zeit bei den Heeresfliegern in Fritzlar. Foto: Koch

Guxhagen. Die Augen von Lothar Kraß leuchten, als er von seiner Zeit als Pilot bei der Bundeswehr spricht. Seit Februar ist der Oberst – der lange Zeit in Fritzlar stationiert war – im Ruhestand. Wehmütig ist Kraß aber nicht. „Ich bedauere das Ende der Dienstzeit nicht“, sagt der 60-Jährige.

Besonnen und ruhig wählt Kraß seine Worte. Zuletzt war er stellvertretender Brigadekommandeur in Fritzlar. „So eine Karriere kann man nicht planen“, sagt der Mann aus Guxhagen-Ellenberg, der als 19-Jähriger zur Bundeswehr gegangen war.

Zu seinen Kollegen sei er stets fair gewesen, sagt Kraß im Rückblick. Aber natürlich sei die Bundeswehr hierarchisch organisiert und er als Vorgesetzter privilegiert gewesen. Trotzdem habe er immer versucht, Konflikte auf zwischenmenschlicher Ebene zu regeln.

Engagement für Behinderte

Kraß liegt generell viel an gut funktionierenden Beziehungen. Während seiner Zeit in Fritzlar sei ihm die Öffentlichkeitsarbeit stets wichtig gewesen. Noch immer macht er sich stark für die Interessen anderer, ohne sich dabei selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Besonders am Herzen liegt Kraß die Arbeit für die „Aktion für behinderte Menschen“. Seit 2006 ist er Vorsitzender des Vereins und will es auch weiterhin bleiben.

Von seiner Zeit bei der Bundeswehr bleibt ihm die Uniform und das Modell eines Hubschraubers. Jetzt nochmal in einen anderen Beruf umzusteigen, das komme für ihn nicht in Frage.

„Die gewonnene Freizeit soll ganz der Familie zugute kommen“, sagt er. Die musste in seinen über 40 Jahren als Berufsoffizier oft auf Kraß verzichten. Viele Jahre lang war der Ellenberger an Bundeswehrstützpunkten in Norddeutschland stationiert. Im Jahr 2006 war er für mehrere Monate in Afghanistan. Dort koordinierte er den Einsatz der deutschen Truppen als stellvertretender Kommandeur. Eine prägende Erfahrung, doch Kraß sagt: „Es ist nicht so, dass ich danach ein anderer Mensch war.“

In Zukunft wird Kraß häufiger mit seinem Enkel auf dem Fußballplatz stehen und mit seiner Frau Waltraud ins Theater gehen. Aber auch sonst wird dem 60-Jährigen im Ruhestand wohl nicht langweilig. So vielseitig wie seine Interessen, sind auch die Pläne für die Zukunft. Zu denen gehören: Kultur, Soziales, Sport und Politik.

Kraß möchte das Golfen lernen, sich in der Kommunalpolitik engagieren und im Museumsverein des Grenzmuseums Schifflersgrund mitarbeiten.

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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