Bau eines Rückhaltebeckens in Spangenberg: Arbeiten dauern bis Jahresende

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Da geht es los: An der Spangenberger Kreuzung der B 487

Spangenberg. Bauamtsleiter Jörg Emilius könnte sich wahrscheinlich auch wesentlich schönere Baustellen vorstellen als die, die da ab heute auf der Melsunger Straße in Spangenberg eingerichtet wird: Die Liebenbachstadt nimmt jetzt den Bau des Regenrückhaltebeckens in der Jahnstraße in Angriff.

Der Kanalbau in Spangenberg geht damit in eine neue Phase. Schon in der vorigen Woche fällten Mitarbeiter des Bauhofs jene Bäume, die für den Bau des ersten Beckens weichen mussten. Der erste Bauabschnitt reicht vom Kirchwiesenbogen über die Schafgasse bis zur Jahnstraße. 150 Arbeitstage, also ungefähr ein halbes Jahr, sollen die Arbeiten dort dauern, schätzt Jörg Emilius.

Die sind notwendig, weil die alten Regenüberläufe nicht dem Stand der modernen Technik entsprechen und weil sie mehr Abwasser in die Pfieffe abschlagen, als es das Gesetz erlaubt. "Uns liegt ein gültiger Sanierungsbescheid des Landkreises vor: Wir müssen jetzt also bauen, ob wir wollen oder nicht", sagt Jörg Emilius.

1,3 Millionen Euro teuer

Die neue Regenentlastungsanlage, die da in der Jahnstraße entstehen soll, wird wesentlich mehr Stauraum aufbieten als die alte Variante. Das heißt, dass das Schmutz- und Regenwasser dort erst einmal aufgefangen, zurück gehalten und dann in genau dem Tempo an die Kläranlage angeben wird, wie die es auch aufnehmen kann. Gerade wenn es viel regnete und das Wasser nur so angeschossen kam, war die Kläranlage überfordert, es floss zu viel Wasser in die Pfieffe. Das soll nun mit dem neuen Rückhaltebecken anders werden.

1,3 Millionen Euro sind fürs Bauwerk veranschlagt, das da nun im Erdreich komplett vergraben und damit unsichtbar für die Spangenberger sein wird. Deutlich sichtbar aber ist erst einmal die Baustelle, die wohl auch Behinderungen und Verzögerungen für den Verkehr mit sich bringen wird.

Die Jahnstraße wird ab demnächst nur halbseitig befahrbar sein, eine Ampel soll den Verkehr regeln, auch auf der Melsunger Straße. Aber auch, wenn in einem halben Jahr die Arbeiten in diesem Bereich abgeschlossen sein sollen, so fangen sie an anderer Stelle erst an. Im zweiten Bauabschnitt, also ab Spätsommer, werden große Rohre in der Melsunger Straße bis zur Neustadt verlegt. Diese Zuflußrohre sollen auch als Stauraumkanäle dienen.

Wenn alles fertig ist, erhält die Melsunger Straße eine neue Fahrbahndecke. Die Kosten dafür schultert aber nicht die Stadt, sondern der Bund.

Anwohner irritiert Zwei Anwohner zeigten sich darüber verärgert, dass sie von der Stadt nicht über den Baubeginn informiert worden seien. „Wir haben es zufällig mitgekriegt – dabei sind wir doch direkt betroffen“, sagte ein Anlieger. Bürgermeister Tigges verwahrt sich dagegen, dass das Vorhaben nicht bekannt sei: „ Ich will nicht behaupten, dass wir jeden Einzelnen informiert haben. Aber alle Grundstückseigentümer, deren Fläche wir benutzen oder befahren, wissen definitiv Bescheid.“ Alle Eigentümer hätten auch in der Bauphase eine Zufahrt zu ihrem Hof. (bra)

Quelle: HNA

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