Fritzlarer Stadtverordnete sind gegen Fracking

Einig, aber doch nicht einstimmig

Fritzlar. Eigentlich waren sich die Fritzlarer Stadtverordneten völlig einig beim Thema Fracking. Trotzdem kam ein gemeinsamer Antrag nicht zustande, weil es Unstimmigkeiten über den genauen Text gab.

Beim Fracking handelt es sich um eine Tiefbohrtechnik, bei der Wasser, Sand und Chemikalien in die Tiefe gepumpt werden, um so Erdgas aus dem Gestein zu lösen, das dann gefördert werden kann. Gegen diese Technik gibt es erhebliche Umweltschutz-Bedenken. Unter anderem, so die Befürchtung, könnten die eingesetzten Chemikalien ins Grundwasser gelangen.

Probleme mit dem Antrag

In einem gemeinsamen Antrag von Grünen und CDU sollte der Magistrat aufgefordert werden, Fracking – so weit er dazu die Kompetenz hat – im Stadtgebiet zu untersagen. Zudem sollte der Kreistag aufgefordert werden, solche Bohrungen zu verbieten.

Genau hier fingen die Probleme mit dem Antrag an, denn die SPD wollte lieber einen Antrag an den Regierungspräsident richten, da dieser zuständig sei, wie Gerlinde Draude betonte. Der Kreistag und die Stadt habe überhaupt keine Möglichkeit, solche Bohrungen zu verhindern. Außerdem müsse im Antrag eine Änderung des Bergrechts und eine Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert werden.

Kuttelwascher konterte

Man dürfe sich nicht verzetteln, konterte Peter Kuttelwascher (Grüne), und bezeichnete Draudes Einwände als „laienhaft“. Zudem verschöben sich Zuständigkeiten häufig. Vielmehr gehe es darum, hier ein Zeichen zu setzen. Dr. Hans-Gerhard Heil (CDU) pflichtete ihm bei, dass es wichtig sei, den politischen Willen zu bekunden. Selbstverständlich könne man den Antrag an mehrere Stellen, auch den RP, schicken.

Das genügte der SPD und auch Teilen der Grünen-Fraktion nicht, sodass uneinheitlich abgestimmt wurde. Der Antrag ging schließlich mit 20 Ja-Stimmen (CDU und Grüne), drei Enhaltungen (Grüne) und elf Nein-Stimmen von der SPD durch.

Und das, obwohl sich in der Sache doch eigentlich alle einig waren. (ode)

Quelle: HNA

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