Telekom hat 15 Kilometer verlegt

Einige Gemeinden bekommen Glasfaser für schnelleres Internet

Gleicht elektromagentische Störungen aus: Eins von 21 Multifunktionsgehäusen mit Vector-Technologie, das Foto entstand in Treysa. Fotos: Haaß

Haushalte in Treysa und Ziegenhain sowie in Ascherode, Rommershausen und Wiera können sich an ein leistungsfähigeres, schnelleres Internet anschließen lassen.

Anbieter sind die Telekom und andere Telekommunikationsunternehmen, die Anschlusspreise sind individuell zu erfragen.

In einer Bürgerversammlung informierte die Telekom am Montagabend in Ziegenhain über den „Glasfaserbasierten Breitbandausbau“ in Schwalmstadt. Wie schon beim Infoabend in Treysa war das Interesse eher verhalten. Nur ein knappes Dutzend Menschen fanden den Weg in die Kulturhalle. In Rommershausen sei die Resonanz mit 50 Zuhörern am besten gewesen, sagte Thomas Peter, Telekom Regio-Manager Infrastrukturvertrieb.

Warum überhaupt Breitbandausbau?

In den letzten Jahren habe es ein enormes Datenwachstum gegeben, daher sei eine neue Übertragungstechnik erforderlich, so Peter in seiner Präsentation: „Mit 2000 Terabyte im Monat hatte 2015 eine Stadt mit 50 000 Einwohnern so viel Datenverkehr wie das ganze Internet im Jahr 1997.“ Bis 2020 rechnet die Telekom für dieselbe Nutzerzahl mit einer Steigerung auf 6000 Terabyte im Monat.

Woher kommt das Datenwachstum?

Durch die Nutzung von Internetangeboten wie beispielsweise Netflix, Amazon- Prime oder einer Cloud wird der Datenverkehr immer größer. Innerhalb von 60 Sekunden verzeichnet beispielsweise Google vier Millionen Suchanfragen und bei YouTube werden 72 Stunden neue Videos hochgeladen. „Alles, was sich digitalisieren lässt, wird digitalisiert und alles, was vernetzt werden kann, wird vernetzt“, betonte Peter.

Wie viel Glasfaser wurde in Schwalmstadt verbaut?

In Schwalmstadt wurden von der Telekom fünfzehn Kilometer Glasfaser verlegt, davon 5000 Meter im Tiefbau. Ausgehend von 21 Multifunktionsgehäusen werden laut Regio-Manger seit Kurzem rund 5500 Haushalte mit der schnellen Technik versorgt. Die sogenannte „letzte Meile“, also der Weg bis in die Häuser, besteht in der Regel weiterhin aus Kupferkabeln. Neubaugebiete sollen zukünftig komplett mit Glasfaser erschlossen werden.

Wie funktioniert das Ganze?

Mithilfe von Vectoring wird VDSL beschleunigt. Die neue Technik befindet sich in den Verteilerkästen. Vectoring gleicht elektromagnetische Störungen aus, die mit steigenden Frequenzen in den VDSL-Kupferleitungen entstehen. Dadurch werden auf der „letzten Meile“ hohe Datenübertragungsraten möglich.

Wie schnell wird das Internet?

Benötigt man beim Anschluss DSL 16 für das Hochladen von hundert Fotos à 5 Megabyte noch 27 Minuten, so reduziert sich die Zeit mit „Vectoring 100“ jetzt auf 1,30 Minuten. Das Herunterladen eines 1 Gigabyte großen HD-Films ist ebenfalls in 1,30 Minuten erledigt.

Die sogenannte Uploadrate beträgt laut Telekom bis zu 40 Mbit/s und die Downloadrate bis zu 100 Mbit/s. Für die nahe Zukunft kündigte Thomas Peters mit Supervectoring eine weitere Beschleunigung an.

Wie komme ich an das schnelle Netz?

Um in den Genuss der schnellen Internetverbindung zu kommen, muss jeder Nutzer aktiv einen Auftrag erteilen. Das gilt auch für Bestandskunden der Telekom. Vorhandene Router müssen VDSL-Vector-fähig sein. Seitens der Telekom soll es auch wieder Hausbesuche geben.

Muss ich Telekomkunde werden?

Nein. Auch andere Unternehmen haben schnelles Internet im Angebot und greifen dabei auf das Glasfasernetz der Telekom zurück. Ein Vergleich lohnt immer.

Quelle: HNA

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