Ministerin Puttrich und Zuckererzeuger für Verlängerung der Marktordnung

Im Gespräch auf dem Rübenfeld: Lucia Puttrich tauschte sich mit Landwirt Ulrich Krug aus Mardorf aus, rechts neben ihr der Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes, Armin Müller. Foto: Dellit

Wabern. Die Zuckermarktordnung in der Europäischen Union muss bis 2020 beibehalten werden. Das fordern unisono die hessische Landesregierung, die Rübenbauern und die Zuckerproduzenten, wie bei einem Ministerbesuch in Wabern deutlich wurde.

Am Dienstag war in der Zuckerfabrik, inzwischen der einzigen in ganz Hessen, Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich (CDU) zu Gast. Die Ministerin betonte die Bedeutung der Zuckerrübe für die Landwirtschaft. Besonders beeindruckt habe es sie, dass in Wabern in gerade einmal fünf Sekunden der Zuckerbedarf eines Jahres für einen Durchschnittsverbraucher erzeugt wird.

Die momentan bestehende Marktordnung regelt über ein kompliziertes System Mindestpreise für den Zucker. Diese Planungssicherheit müsse es auch weiterhin geben, betonte Georg Koch, Vorsitzender der Zuckerrübenanbauer Kassel.

Innerhalb der EU gebe es unterschiedliche Positionen, sagte Puttrich. Während die EU-Kommission sich für ein Auslaufen der Marktordnung im Jahr 2015 einsetze, sei das Parlament für eine Verlängerung bis 2020.

Es sei unstrittig, dass es eine weitere Reform geben müsse, sagte die Ministerin. Diesen Strukturwandel müsse man jedoch vernünftig planen und benötige Zeit bis 2020.

Armin Müller, Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes, wies darauf hin, dass bereits bei der jüngsten Reform vor einigen Jahren 25 Prozent der Rüben-Anbaubetriebe in Hessen den Anbau aufgegeben hätten.

Mit der aktuellen Zuckerkampagne sind die Produzenten zufrieden. 75 Prozent der Rüben seien bereits geerntet, erklärte Koch, bis Mitte November sollten alle aus dem Boden geholt sein. Nach und nach werden sie in die Fabrik gefahren.

Auch dort herrscht Zufriedenheit, wie Peter Fecke, Leiter der Rübenabteilung, erläuterte. Mit einem Zuckergehalt von 18,5 Prozent liegt die Ernte über dem Durchschnitt.

Man rechne damit, dass pro Hektar Land 73 Tonnen Rüben geerntet werden, sagte Fecke. Diese Zahlen ergeben die zweitbeste Rübenernte aller Zeiten in Wabern.

Wenn alles nach Plan läuft, wird die Kampagne nach 90 Tagen enden, das wäre am 19. Dezember. Im vergangenen Jahr mit der Rekordernte musste noch bis über Weihnachten hinaus gearbeitet werden, damals war die Kampagne 102 Tage lang.

Quelle: HNA

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