Kyffhäuserbund diskutierte über die Organisation Islamischer Staat und Angriffe über das Internet

Einigung im Irak nur ohne Militäreinsatz

Jochen

Fritzlar. Über die Sicherheitspolitik in Zeiten des Internets und der Organisation Islamischer Staat diskutierte der Kyffhäuserbund in Zusammenarbeit mit dem Reservistenverband. Heinz Ganz, der Präsident des Kyffhäuserbundes, begrüßte mehr als 50 Teilnehmer im Soldatenheim

Zur Frage der Kriegsführung im Internet nahm Stefan Schumacher, Direktor des Magdeburger Instituts für Sicherheitsforschung, Stellung. Schumacher stellte klar, dass es keinen internationalen Vertrag gibt, der „Cyber-Aggressivität“ regelt. Cyber ist das englische Wort für Kybernetik, eine Wissenschaft, die sich mit Regel- und Steuerungsvorgängen beschäftigt. Dazu gehören Hard-und Software, Protokolle und Dienste sowie Plattformen wie Facebook und Twitter. Laut Schumacher werden Cyber-Attacken nicht als kriegerischer Akt betrachtet. Er hält es für notwendig, dass „Cyberwar“ und „Cyber-Crime“ juristisch definiert und dazu internationale Verträge abgeschlossen werden.

Schumacher sieht die Gefahr, dass sich die Gesellschaft immer mehr von Informationstechnik abhängig mache. Er empfahl, Updates sofort einzuspielen, Daten regelmäßig zu sichern und ein möglichst langes Passwort zu nutzen.

Der zweite Referent, Studienleiter Jochen Zellner von der Europäischen Akademie Bayer, ging auf den Terror des Islamischen Staates (IS) ein und zeigte auf, welche Gebiete im Irak und in Syrien unter Kontrolle des IS stehen. Zur Entwicklung des IS gehören laut Zellner unter anderem die straffe Organisation, zu der neben dem Kalifen mit seinen sieben Beratern auch zwölf Gouverneure im Irak und Syrien gehören. Laut Zellner liegt die personelle Stärke des IS bei 33 000 Kämpfern, darunter 550 aus Deutschland. Auf den Konten der Organisation sollen etwa 1,7 Milliarden Euro liegen, die täglich um etwa 4,25 Millionen Euro durch Einnahmen aus Entführungen und Geld ausländischer Sponsoren (Saudi-Arabien, Katar und Vereinigte Arabische Emirate) sowie Ölverkäufen wachsen.

Für den Nahost-Experten kann nur die Schaffung einer regionalen Einigung ohne militärische Interventionen die Basis für die Lösung der Konflikte sein. (zrz) Fotos: Zirzow

Quelle: HNA

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