Einmaliges Bodendenkmal

Geschichtliche Spurensuche: Neue Info-Tafeln rücken die Stadtwüstung Landsberg in den Fokus der Öffentlichkeit. Darüber freuen sich (von links) Gerhard Riedemann, Richard Mangold, Walter Tripp, Josef Gruber (Hessen-Forst), Jürgen Depenbrock (Naturpark Habichtswald, Peter Siebert (stellvertretender Ortsvorsteher Ehringen) und Heinrich Deuermeier. Foto:  zih

Wolfhagen. Der Heimat- und Geschichtsverein Wolfhagen hat es sich in Kooperation mit dem Naturpark Habichtswald und Hessen-Forst unter anderem zur Aufgabe gemacht, mit der Aufstellung von großen Hinweistafeln örtliche historische Stätten nachhaltig in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. So zum Beispiel bereits den Schützeberg, die Burg Rödersen und Weidelsburg, demnächst den Graner Berg und jetzt auch die Stadtwüstung Landsberg.

Nach Ansicht von Prof. Dr. Hans-Georg Stephan, Professor für interdisziplinäre archäologische Forschung an der Universität Halle, ist die Wüstung ein einzigartiges Bodendenkmal nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Mitteleuropa.

Nicht nur die 2000 Euro teure Info-Tafel Landsberg wurde jetzt auf einem nahe gelegenen Rast- und Waldparkplatz aufgestellt, sondern auch Hinweisschilder für einen neu angelegten Rundwanderweg von dort zur Stadtwüstung und zurück. Zu dem weitere Info-Tafeln an markanten Landsberg-Stellen, wie das Elmarshäuser-, Ehringer- und Viesebecker Tor. Komplett finanziert wurde das gesamte Projekt durch Spendengeldern aus dem Nachlass der verstorbenen Wolfhagerin Hildegard Blank, die früher als Lehrerin an der Landwirtschaftsschule in ihrer Heimatgemeinde wirkte.

Glücksfall

Den meisten Autofahrern auf der Landstraße zwischen der Kernstadt Wolfhagen und dem zu Volkmarsen gehörenden Stadtteil Ehringen im Nachbarkreis Waldeck ist es vermutlich unbekannt, dass sie auf ihrem Weg nur wenige Meter entfernt diese noch in der Wolfhager Gemarkung liegende historische Stätte als einzigartiges Bodendenkmal passieren.

Richard Mangold, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins: „Für uns, als auch für die Historiker und Archäologen, ist Landsberg ein Glücksfall. Nach der Zerstörung der Stadt im Jahr 1231 erfolgte dort kein Neuaufbau, deshalb sind die Ruinen, Grabenbefestigungen und Wallanlagen bis heute erhalten und von der Straße auch noch sichtbar. Im Schutz des Waldes sind hier seit dem Mittelalter die Grundstrukturen einer Stadtgründung erhalten geblieben.“ (zih) HINTERGRUND

Quelle: HNA

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