Thomas Hucke (39) aus Leimsfeld ist deutscher Vizemeister mit der Luftpistole

Einsame Sensation in Bayern

Zielsicher: Seit seiner Jugend ist Thomas Hucke Sportschütze, jetzt hat er sich den deutschen Vizetitel geholt. Foto: Rose

Leimsfeld. Den Titel hat Thomas Hucke mit einem guten Essen und zwei Bier gefeiert, allein in München. „Zwar lag es im Bereich des Möglichen, aber letztlich entscheidet die Tagesform über Sieg oder Niederlage“, sagt der frisch gebackene deutsche Vizemeister mit der Luftpistole. Bei den deutschen Meisterschaften der Sportschützen im August setzte sich der Leimsfelder gegen 154 Konkurrenten durch. Weltmeister wurde ein Bayer.

Noch nicht mal seine Kameraden im Schützenverein Leimsfeld hatten mit dem sensationellen Abschneiden des 39-Jährigen gerechnet: „Sonst wär mal jemand mitgefahren“, sagt Schützenbruder Eckhardt Schmidt.

„Anderes steht zurück“

Thomas Hucke ist seit seiner Jugend Schütze. Zunächst in Ziegenhain, seit fünf Jahren in Leimsfeld. „Der Sport steht an erster Stelle, da muss manch anderes zurück stehen“, erklärt der Industriemechaniker. Das Besondere ist nämlich, dass Thomas Hucke weder dem hessischen noch dem deutschen Kader angehört und somit auch keine Art der besonderen Förderung genießt. „Bei der Bundeswehr oder der Polizei werden talentierte Schützen stark unterstützt. Sie trainieren während ihrer Dienstzeit“, erklärt der Leimsfelder.

Thomas Hucke bringt hingegen seinen Job, Sport und die Familie unter einen Hut. Schützenkollege Schmidt beschreibt ihn so: „Er ist talentiert, hat ein gutes Auge und ist nicht so flatterhaft – und hat natürlich das nötige Herzblut.“ Dabei legt Hucke zwar Wert auf sein Training, mehrmals pro Woche besucht er den Schießstand jedoch nur unmittelbar vor einem Wettkampf. „In der Saison sind die Wettkämpfe sowieso schon sehr gebündelt und sind deshalb gleichzeitig auch ein gutes Training“, so der 39-Jährige.

Bei den Meisterschaften in München herrschten allerdings andere Bedingungen als bei den Wettkämpfen der hessischen Oberliga: 70 bis 80 Schützen gleichzeitig im Schießstand, ein Moderator, der jeden einzelnen Schützen vorstellt und Publikum. „Aufregend“, sagt Hucke. Trotzdem habe er auf den Gehörschutz verzichtet: „Dann höre ich meinen eigenen Puls, das macht mich dann wirklich nervös.“ Dabei ist die Konkurrenz unter den Luftpistolen-Schützen extrem hart: „Immerhin ist es eine olympische Disziplin.“

Die ruhige Hand, das präzise Auge – in München passte für Thomas Hucke einfach alles: „An manchen Tagen machst du die Augen zu und es ist trotzdem eine Zehn.“

Neben dem Training mit der Waffe ist Hucke regelmäßig mit dem Rad unterwegs. „Die Kondition verbessert auch die Konzentration“, ist er sich sicher. Die Leimsfelder Schützen haben dem 39-Jährigen einen würdigen Empfang bereitet: „Der Grill hat schon geglüht und gratuliert wurde von allen Seiten.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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