Rasten am Kellerwaldsteig: Die Burgruine Schönstein bietet Kultur für Wanderer

Die Einsame im Wald

Geschichte am Wanderweg: Die Burgruine Schönstein bei Schönau liegt versteckt im Wald neben dem Kellerwaldsteig. Dorfchronist Manfred Hund weiß, dass sich dort gut eine Rast machen lässt. Fotos:  Schittelkopp

Schönau. Den Weg zur Burgruni Schönstein muss man sich erarbeiten. Denn die Ruine aus dem Mittelalter liegt versteckt im Wald, daneben führt der Kellerwaldsteig vorbei. Mit dem Auto ist sie nicht zu erreichen.

Doch gerade das macht die Burgruine im Gilserberger Hochland so besonders – ihre romantische, fast mystische Lage. Wer sich das denkmalgeschützte Kulturgut erwandern will, kann die Etappe von Densberg nach Battenhausen nutzen. Die 19 Kilometer lange Strecke führt direkt an Schönau und der historischen Burg vorbei.

Die Burg liegt im Sommer verborgen im Wald, nur zwei Hinweistafeln am Wegesrand zeugen von ihrer Existenz. Folgt der Besucher der Ausschilderung am Wanderweg, gelangt er über einen steilen Abstieg zur Burg Schönstein. Hinweistafeln erzählen ihre Geschichte, eine Camera Historica, ein Schaukasten mit Drehscheibe, hält für jüngere und auch ältere Besucher Szenen aus dem Alltag im Mittelalter bereit. So lässt sich die Rast beim Wandern mit einem Abstecher in die Geschichte der nordhessischen Heimat verbinden.

Zur Ruhe kommen

Im Inneren der Burgruine laden Sitzgelegenheiten zum Ausruhen und Verweilen ein. Dort kann der Wanderer ganz bei sich sein, wenn sich die kühle Stille des Waldes niederlegt. „Wir haben hier früher als Kinder oft gespielt“, erinnert sich Schönaus Dorfchronist Manfred Hund.

Im Herbst und Winter, wenn sich das grüne Dickicht lichtet, ist die Ruine vom Gilsatal aus zu sehen. „Die Geschichte der Burg ist eng mit der Geschichte Schönaus verknüpft“, sagt Manfred Hund. Der Schönauer weiß um die Burg und ihre Entwicklung.

Steine fehlen

Er nimmt an, dass die Burg Schönstein sowie die beiden anderen Kellerwaldburgen Densberg und Jesberg zur Kontrolle und Absicherung der alten Verbindungssstraße Frankfurt-Fritzlar-Kassel dienten. 1350 wurde die zweistöckige Anlage erstmals urkundlich erwähnt. 1544 war Otto Hund letzter Amtmann auf dem Schönstein, danach verfiel die Burg rasch. 57 Jahre später ließ Landgraf Moritz die Schönauer Bürger befragen, wohin Steine der Burg verschwunden. Die Schönauer antworteten, dass sie zum Bau der Wasserfestung Ziegenhain verwendet wurden.

So bietet die Burgrunine Schönstein einen Einblick in die mittelalterliche Geschichte der Region und ist ein idealer Ort für eine Rast.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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